Vorwurf der Tierquälerei

Ärger um Mastkükenbrüterei - Ministerin weist Vorwürfe zurück

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Niedersachsen Landwirtschaftsministerin Grotelüschen hat Vorwürfe von Tierschützern wegen angeblicher Tierquälerei zurückgewiesen.

Ahlhorn/Hannover. Die familieneigene Mastkükenbrüterei von Niedersachsens Tierschutzministerin Astrid Grotelüschen sorgt erneut für heftigen Streit. Nach einem Bericht des ARD-Magazins Report Mainz soll die von ihrem Mann geführte Mastkükenbrüterei Ahlhorn Geschäftsbeziehungen zu Putenhaltungen Mecklenburg haben, die den Tierschutz verletzen. „Ich habe mit den Mecklenburger Betrieben persönlich oder auch als Familie, als Betrieb, nichts zu tun“, sagte Grotelüschen dem Report Mainz.

Während Grotelüschen die Vorwürfe zurückweist, fordern SPD und Grüne umgehend eine „lückenlose Aufklärung“. Die Linke verlangt sogar den Rücktritt der Ministerin, die erst rund 100 Tage im Amt ist. Bereits nach dem Amtsantritt hatten Tierschützer und Opposition Grotelüschens privaten Verbindungen zur Geflügelindustrie kritisiert. Report Mainz hatte Filmaufnahmen von verletzten und sterbenden Tieren gezeigt. Die Bilder sollen im April und im Juli in den Putenhaltungen in den Kreisen Nordvorpommern und Parchim aufgenommen worden sein. Die Putenerzeugergemeinschaft bestreitet dies.

„An den Vorwürfen ist nichts dran“, sagte die Geschäftsführerin der Erzeugergemeinschaft, Elke Friedrich, der dpa in Neubrandenburg. Die jetzt gezeigten Bilder kursierten seit Jahren, sagte Friedrich. Die Innenaufnahmen stimmten aber mit den Gegebenheiten in den Ställen nicht überein. „Das ist Verleumdung hoch drei“, sagte sie. Die beiden Mäster hätten eidesstattliche Erklärungen abgegeben, dass die Aufnahmen nicht in ihren Ställen gemacht wurden.

Das Agrarministerium Mecklenburg-Vorpommerns bestätigte, dass die beiden Betriebe in der vergangenen Woche auf eine Bitte des niedersächsischen Agrarministeriums hin überprüft wurden. Es habe keine Beanstandungen gegeben.

Weiter sagte Friedrich, sie kenne die Mäster, die regelmäßig geschult würden. Die Betriebe würde zudem alle zwei Jahre von der Zertifizierungsstelle IFTA AG in Berlin kontrolliert. An die Putenhaltung würden hohe Anforderungen gestellt. Die Mitarbeiter gingen täglich mehrfach durch die Ställe. Kranke Tiere kämen in die Krankenbox, tote Tiere würden entfernt. „Natürlich gibt es auch Verluste. Und nicht jede Pute hat einen Namen“, sagte Friedrich. Die Anlagen würden von Veterinären regelmäßig überprüft. Der Schlachthof im niedersächsischen Wildeshausen nehme zudem nur „vernünftige“ Tiere ab.