Rügen

Suche nach verschütteter Zehnjähriger gestoppt

abendblatt.de

Vor sechs Tagen brach die Steilküste auf Rügen ab, begrub ein Kind unter sich. Die Lage bleibt wegen des Wasserstands der Ostsee gefährlich.

Kap Arkona. Die Retter mussten ihre Suche nach der verschütteten Zehnjährigen auf Rügen unterbrechen. Grund ist der Wasserstand der Ostsee. Einsatzleiter Daniel Hartlieb sagte, dass der Wasserstand am Kap Arkona noch 40 Zentimeter höher als normal sei. Zudem kompliziere der Regen die Situation. Die Suche am Fuß der abgerutschten Steilküste sei einfach zu gefährlich. Bereits in der Nacht zum Freitag war die Suche abgebrochen worden. Zu diesem Zeitpunkt stand das Wasser 70 Zentimeter über normal. Indessen brach fünf Tage nach dem Unglück erneut Kreide an der Steilküste Rügens ab. Menschen wurden glücklicherweise aber nicht verletzt.

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Im Bereich Wissower Klinken bei Sassnitz, etwa 20 Kilometer Luftlinie südöstlich vom Kap Arkona, rutschte die Küste auf einer Länge von 30 bis 50 Metern ab. „Wir gehen definitiv davon aus, dass Personen nicht betroffen sind“, sagte ein Polizeisprecher in Sassnitz. Der Bereich wurde abgesperrt. Die Polizei warnte die Menschen vor Spaziergängen unterhalb der Steilküsten, denn es könne bei der gegenwärtigen Wetterlage immer wieder zu Abbrüchen kommen.

Diese sind ein natürliches Phänomen auf Rügen. Dabei gab es mehrere tragische Zwischenfälle: Im Jahr 2005 wurde eine Frau auf der Halbinsel Mönchgut bei einem Küstenabbruch verschüttet und kam ums Leben. Drei Jahre zuvor war ein zwölfjähriger Junge beim Klettern an einem Steilufer nahe Grabow im Inselsüden von herabstürzenden Sandmassen und Steinen begraben worden. (dpa)

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