Kanzlerin pflanzt Eiche mit Günther Fielmann

Angela Merkels Stippvisite beim Brillenkönig

Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte die "liebenswerte Stadt" Büdelsdorf, pflanzte einen Baum und machte den anwesenden Unternehmern Mut.

Büdelsdorf. Vor ihrem Auftritt in Hamburg machte Angela Merkel einen Kurzbesuch in Schleswig-Holstein. In Büdelsdorf bei Rendsburg greift sie zunächst zum Spaten, pflanzt eine mächtige Stiel-Eiche. Den Fototermin hatte Brillenkönig Günther Fielmann arrangiert. Er sponsert seit Jahren Neuanpflanzungen. Die Eiche ist der einmillionste Baum.

Merkel hastet weiter zum Unternehmertag Nord, begrüßt vor der Werkhalle der Firma ACO kurz den neuen Präsidenten der Unternehmensverbände Nord (UV Nord), Uli Wachholtz. Mitten im Blitzlichtgewitter bricht Merkel das Foto-Shooting kurzerhand ab: "Prima, Danke." Sicherheitsbeamte bahnen ihr den Weg in die Festhalle. Die 1.200 Unternehmer, Verbands- und Behördenvertreter aus Hamburg und Schleswig-Holstein erheben sich und applaudieren.

Merkel genießt die standing ovations und revanchiert sich. In ihrer Rede findet sie herzliche Worte für Büdelsdorf ("liebenswerte Stadt“) und für den früheren UV-Nord-Chef Hans Heinrich Driftmann (Elmshorn), der seit kurzem den Deutschen Industrie- und Handelskammertag führt. "Das zeigt, Norddeutsche sind zu Höherem geeignet“, scherzt Merkel.

Gut gelaunt setzt die Kanzlerin noch einen drauf. Mit Blick auf Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU), der Schleswig-Holstein mal wieder als "schönstes Bundesland“ gelobt hatte, bricht Merkel eine Lanze für Mecklenburg-Vorpommern. Das sei ebenfalls ein sehr schönes Land. Streiten wolle sie darüber aber nicht.

Merkel spricht stattdessen über die Weltwirtschaftskrise, wirbt für die Konjunkturprogramme und verteidigt die Milliardenhilfen für die Banken. Pläne für einen Zusammenschluss der Landesbanken sieht sie kritisch. Begründung: Eine Bank deutscher Länder könnte der Wirtschaft nicht so stark unter die Arme greifen, weil ihr Kreditvolumen kleiner wäre.

Immer wieder macht Merkel den Unternehmern Mut. "Es gibt Anzeichen, dass wir die Talsohle bald erreicht haben könnten.“ Ziel müsse es sein, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Beifall brandet auf, als Merkel verspricht, dass die Bundesregierung „der Wirtschaft keine zusätzlichen Belastungen“ auferlegen werde. Die Kanzlerin spricht in Büdelsdorf für Deutschland, nicht für die CDU. In 30 Minuten gibt es keinen einzigen Seitenhieb auf die SPD.

Bei den Unternehmern kommt die Kanzlerin gut an, zumal sie am Ende ihres Heimspiels beherzt eine Panne ausbügelt. Der UV hatte vergessen, einen Schlussredner auf die Bühne zu schicken. Merkel bemerkt das und gibt UV-Präsident Wachholtz leise eine Regieanweisung: "Los, sagen Sie noch mal Danke.“ Wachholtz eilt sofort ans Mikrofon und dankt Merkel für die warmen Worte. Die Kanzlerin lächelt kurz und bricht dann auf. Sie ist jetzt schon zwei Stunden in Schleswig-Holstein und muss bereits in 50 Minuten in Hamburg reden.