Leserfrage

Ist die Erhöhung der Miete zulässig?

An dieser Stelle geben Experten kostenlos Rat

Die Frage: Wir haben eine Mieterhöhung für unsere Wohnung bekommen, die sechs Prozent über den Mittelwert des Feldes C3 des Hamburger Mietenspiegels von 2017 liegt. In dem Erhöhungsschreiben wird zwar die Einstufung korrekt vorgenommen, die Erhöhung aber nur durch allgemeine Hinweise auf den Hamburger Mietenspiegel von 2017 und das dazugehörige Wohnlagenverzeichnis begründet. Unsere Wohnlage ist mit minus 3,3 bewertet, der gewichtete Mittelwert ist minus 5,7. Ist die Erhöhung dann überhaupt zulässig, und wie muss die über den Mittelwert hinausgehende Erhöhung im Einzelnen begründet sein?

Die Expertin: Damit eine formell gültige Mieterhöhung vorliegt, muss die neue Miete durch die im Mietenspiegel ausgewiesene Spanne gedeckt sein. Ob die Erhöhung dann auch inhaltlich begründet, heißt „materiell wirksam“ ist, hängt von der korrekten Einstufung ab. Erst vor Gericht muss Ihr Vermieter begründen, warum er meint, dass die Wohnung eine Miete oberhalb des Mittelwertes rechtfertigt. Offenbar wird die Lage Ihrer Wohnung im Wohnlagenverzeichnis als überdurchschnittlich angesehen. Lassen Sie sich aber nicht beirren: Die Ermittlung, wo genau Ihre Wohnung liegt, ist keine reine Rechenaufgabe; der Kennwert ist nur eine Orientierungshilfe. Gute Anhaltspunkte liefert unsere Rechtsinfo 05 zum Thema Mieterhöhung, die Sie sich kostenlos von unserer Website herunterladen können.

Expertin: Sylvia Sonnemann, GeschäftsführerinMieter helfen Mietern – Hamburger Mieter­verein; www.mhmhamburg.deZusendung von Fragen an:wohnen.leben@abendblatt.de