Leserfragen

Wer zahlt den Motor für den Rollladen?

An dieser Stelle geben Experten kostenlos Rat

Die Frage: Die Erdgeschosswohnungen in unserer Wohnanlage sind bauseitig mit elektrischen Rollläden ausgestattet. Nach zwölf Jahren musste jetzt ein Motor erneuert werden. In der Teilungserklärung steht, dass die Rollläden zum Sondereigentum gehören. Der Anwalt des betroffenen Eigentümers behauptet, sie zählten zum Gemeinschaftseigentum, weil die Rollläden in das Mauerwerk eingelassen sind. Hat er recht?

Die Expertin: Nach wohl überwiegender Meinung stehen Rollläden gemäß Paragraf 5 Abs. 2 WEG auch wegen ihres Einflusses auf die äußere Gestaltung des Gebäudes zwingend im Gemeinschaftseigentum, da sie in die Außenwand integriert sind und nicht ohne Weiteres demontiert werden können. Rollläden können nach dem AG Würzburg (Az. 30 C 1212/14) nur dann im Sondereigentum stehen, wenn sie nicht in die Außenwand integriert sind und ohne Beeinträchtigung der äußeren Gestalt montiert werden können. Da dieses hier nicht der Fall sein dürfte, ist Ihre Regelung in der Teilungserklärung unwirksam.

Ob auch der Rollladenmotor zum Gemeinschaftseigentum gehört oder durch gesonderte Vereinbarung zum Sondereigentum gehören kann, ist umstritten. Da es offenbar bei Ihnen keine gesonderte Vereinbarung dazu gibt, ist davon auszugehen, dass er ebenfalls als wesentlicher Bestandteil zum Gemeinschaftseigentum zählt. Höchstrichterliche Rechtsprechung gibt es hierzu leider noch nicht.

Expertin: Rechtsanwältin Marina Sielker,Rechtsanwaltskanzlei Kues, www.ra-kues.deNeue Fragen: wohnen.leben@abendblatt.de

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