Leserfrage

Fragen zu Balkon, Müll und Stellplatz

An dieser Stelle geben Experten Rat

Die Frage: Ist es korrekt, wenn der Balkon meiner Wohnung zur Hälfte als Wohnfläche berechnet wird? Und ist es zulässig, wenn Restmülltonnen und Container für Gelbe Säcke und Papier ohne Sichtschutz vor der Hauseingangstür zu sehen sind? Bei anderen Neubauten in unserer Siedlung ist das nicht der Fall. Außerdem stehen auf den Stellplätzen, für die wir Miete zahlen, dauernd Fremdparker. Kann ich wegen dieses Ärgernisses außerordentlich kündigen?

Die Expertin: In Hamburg besteht kein ortsüblicher Berechnungsmodus für Balkone. Soweit nichts anderes vereinbart wurde, gelten die Verordnungen zum Zeitpunkt des Mietschlusses: Bis zum 31. März 2003 konnten Balkone bis zur Hälfte ihrer Größe der Wohnfläche zugeschlagen werden, seit April 2004 in der Regel nur zu einem Viertel und höchstens bis zur Hälfte der Grundfläche. Bei den Mülltonnen kommt es darauf an, ob ein bestimmter Standard ausdrücklich oder konkludent vereinbart wurde. Veränderungen des Müllplatzes hinsichtlich Anzahl und Standort können zur Mietminderung berechtigen, wenn diese aus Ihrer Sicht in nicht unerheblicher Weise nachteilig sind.

Für die fehlende Kennzeichnung der Stellplätze ist ebenfalls die vereinbarte Beschaffenheit wichtig. Wenn Sie sie nicht nutzen können, ist eine Mietminderung denkbar. Sie müssten dann taggenau berechnen, wie oft im Monat der Platz durch Fremdparker belegt wurde.

Expertin: Inka Al-Kabbany, Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrechtwww.hohebleichen21.deZusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

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