Schmuck

Weihnachtsdeko rund ums Haus: Was erlaubt ist und was nicht

Wer solche Puppen aufstellt, muss sicherstellen, dass sie nicht vom Wind weggeblasen werden können.

Wer solche Puppen aufstellt, muss sicherstellen, dass sie nicht vom Wind weggeblasen werden können.

Foto: Andrea Warnecke / dpa-tmn

Nicht jede Weihnachtsdeko erfreut auch die Nachbarn. Besonders bei der Außenbeleuchtung und im Treppenhaus gibt es einiges zu beachten.

Berlin.  Zur Weihnachtszeit dreht so mancher Enthusiast voll auf: An den Fenstern laufen regelrechte Lichtshows, vom Balkon seilt sich der Weihnachtsmann ab und im Treppenhaus riecht es nach Nadelwald. Doch irgendwann hört der Spaß auf. Doch wann genau?

„Grundsätzlich ist in der gemieteten Wohnung oder im selbst genutzten Eigentum erlaubt, was gefällt“, sagt Eva Neumann, Sprecherin von Haus & Grund Deutschland. „Nur weil dem Nachbarn die Dekoration zu ausgefallen ist, hat er noch kein Recht, dagegen vorzugehen.“ Doch über die Maßen gestört oder sogar gefährdet dürfe keiner werden.

Beate Heilmann, Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Mietrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV), betont, dass generell das wechselseitige Gebot der Rücksichtnahme gelte. So extrem schmücken manche Deutsche ihre Häuser.

• Leuchtdeko: Das Landgericht Berlin hat in einem Urteil festgestellt, dass es eine weitverbreitete Sitte ist, Fenster und Balkone in der Weihnachtszeit mit elektrischer Beleuchtung zu schmücken (Az.: 65 S 390/09). „Allerdings sollte eine elektrische Beleuchtung nicht ständig und dauerhaft in die gegenüberliegende Wohnung scheinen“, schränkt Ulrich Ropertz, Geschäftsführer beim Deutschen Mieterbund in Berlin, ein. Um Mitternacht ins Schlafzimmer blinkende Lichter müsse niemand akzeptieren.

„Weihnachtsbeleuchtung darf nicht wesentlich heller sein als die sonstige Beleuchtung vor Ort“, sagt Eva Neumann. Einige Kommunen haben demnach in Satzungen Obergrenzen für die Dauer der Beleuchtung, Helligkeit und Lautstärke festgelegt. Wer Ärger vermeiden möchte, schaltet Lichter zu den üblichen Ruhezeiten zwischen 22 und 6 Uhr aus. Hierfür bieten sich Zeitschaltuhren an.

• Befestigung am Haus: Ob kraxelnde Weihnachtsmänner an der Hauswand oder Rentiere, die auf dem Dach stehen – vieles ist möglich. Es darf nur niemand gestört oder gefährdet werden, zudem muss die Dekoration sicher und ordnungsgemäß angebracht sein, wie Ropertz erklärt. Außendekoration muss auch starkem Wind standhalten.

„Mieter sollten mit dem Eigentümer sprechen, bevor sie in die Balkonwand bohren und den Weihnachtsmann mithilfe von Dübeln befestigen“, rät Eva Neumann. Wird das Gebäude beschädigt, dürfen Vermieter oder andere Miteigentümer verlangen, dass der Schmuck wieder entfernt und der Schaden behoben wird, erklärt sie.

• Treppenhaus: Weihnachtliche Kränze an der Wohnungstür stellen kein Pro­blem dar, so ein Urteil des Landgerichts Düsseldorf (Az.: 25 T 500/89). Beschädigt werden darf aber auch hier nichts. Trotzdem sollte Deko sicher angebracht sein – sonst droht eventuell doch Ärger. Fällt etwa jemand durch ein Kabel auf dem Treppenabsatz und verletzt sich, dann haftet der Dekorateur, wie Neumann sagt.

Grundsätzlich müssen Nachbarn wie Vermieter die Deko im Treppenhaus nicht ohne Weiteres hinnehmen – deren Entfernung kann verlangt werden, wie das Amtsgericht Münster (Az.: 38 C 1858/08) befand. Auch weihnachtliche Duftsprays dürfen nicht im ganzen Haus versprüht werden, entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az.: 3 WX 98/03). Kerzen sind wegen Brandgefahr ohnehin tabu.

„Das Treppenhaus ist nur zur Mitbenutzung an die Mieter überlassen“, sagt Rechtsanwältin Heilmann. „Entsprechend können Nachbarn ihr Veto einlegen, wenn jemand im Haus meint, einen Weihnachtsbaum aufstellen zu müssen“, sagt Ropertz.

So stimmen Sie die Wohnung festlich und fröhlich auf den Advent ein.

• Weihnachtsschmuck des Vermieters: Will dieser sein Haus weihnachtlich dekorieren und die anfallenden Stromkosten auf die Mieter umlegen, gilt: „Ein Übermaß an Weihnachtsbeleuchtung kann die Grenzen der Wirtschaftlichkeit überschreiten“, sagt Heilmann. „Das müsste der Mieter dann bei einer späteren Betriebskostenabrechnung geltend machen.“ Ihr seien aber keine Fälle aus der Praxis bekannt, wo das tatsächlich eine Rolle gespielt habe.

• Sicherheit: Qualität zahlt sich auch beim Kauf von Lichterketten aus. „Schlechte Isolierungen und blank liegende oder zu dünne Drähte können das Risiko für Brände oder Stromschläge erhöhen“, mahnt Eva Neumann. Achten sollte man daher auf das CE-Zeichen und – besser noch – das GS-Zeichen. Beleuchtung für draußen sollte mindestens „spritzwassergeschützt“ nach dem Standard IP44 sein.

Und – beim Austausch eines Lämpchens sollte man darauf achten, dass der Ersatz die gleiche Voltzahl hat. „Denn stärkere Elemente ziehen mehr Energie, wodurch sich die dünnen Stromkabel im Dauerbetrieb überhitzen können“, teilt der Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe mit.

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.