Leserfrage

Für die Rücklage extra ein eigenes Konto?

An dieser Stelle geben Experten kostenlos Rat

Die Frage: In unserer Eigentümergemeinschaft (WEG) sparen wir seit einiger Zeit eine größere Rücklage für Sanierungen an. Der Verwaltungsbeirat ist sich nicht sicher, ob er vom Verwalter verlangen kann, für die Rücklage ein eigenes Konto einzurichten. Wie ist die Rechtslage?

Der Experte: Nach § 27 Abs. 5 WEG ist der Verwalter verpflichtet, eingenommene Gelder von seinem Vermögen gesondert zu halten. Dieser Verpflichtung hat der Verwalter selbstständig nachzukommen, indem er ein Konto auf den Namen der Gemeinschaft als Verband eröffnet. Dorthin fließen dann alle Einzahlungen. Es braucht jedoch nicht für jede Umlage ein gesondertes Konto angelegt zu werden.

Die Frage: Der Mieter eines Hof-Garagenplatzes hat die Hausgemeinschaft in übelster Weise bezichtigt, seinen Autoreifen beschädigt zu haben. Die Vorwürfe stehen schriftlich an der Haustür, worüber wir uns alle im Haus ärgern. So etwas grenzt doch an Verleumdung, oder nicht?

Der Experte: Eine Haustür steht im Gemeinschaftseigentum. Sie gehört nicht mehr zur unmittelbaren Mietsache und dient grundsätzlich nicht als schwarzes Brett, weshalb weder einem Wohnungseigentümer noch einem Mieter gestattet ist, dauerhafte Mitteilungen daran anzubringen. Da der Inhalt der Mitteilung eine „übelste Bezichtigung“ enthalten soll, könnte jeweils nach seinem konkreten Inhalt auch eine strafrechtliche Ermittlung wegen Beleidigung (§ 185 StGB), Übler Nachrede (§ 186 StGB), Verleumdung (§ 187 StGB) oder falscher Verdächtigung (§ 165 StGB) in Betracht kommen.

Experte: Rechtsanwalt Peter Ando Lindemannwww.rathausmarkt-5.deZusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

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