Leserfragen

Hat der Verwalter korrekt gehandelt?

An dieser Stelle geben Experten kostenlos Rat

Die Frage: Unser Verwalter hat ohne Rücksprache mit uns Wohnungseigentümern einen Bündelvertrag mit einem Gaslieferanten für fünf Jahre abgeschlossen – wir haben dadurch höhere Kosten und befürchten, dass er von dem Kontrakt profitiert. Was können wir gegen diese gewiss nicht ordnungsgemäße Verwaltungsführung tun?

Der Experte: Wohnungseigentümer sind die „Herren der Verwaltung“. Da es keine gesetzliche Ermächtigung des Verwalters zum Abschluss langfristiger Lieferverträge gibt, kommt als rechtliche Grundlage nur ein entsprechender Beschluss oder eine Vereinbarung in Betracht. Fehlt es daran, ist sein Verhalten rechtswidrig, und Schadenersatzansprüche kommen in Betracht.

Die Frage: Ein Miteigentümer hat ein unpassendes Fenster eingesetzt. Müssen wir erst die Eigentümerversammlung abwarten, um ihn auf sein Fehlverhalten hinzuweisen?

Der Experte: Wenn die WEG dieser baulichen Veränderung nicht zugestimmt hat, dürfte ein Rückbauanspruch bestehen. Die Frage, wer den geltend machen kann, wird in der Rechtsprechung unterschiedlich beantwortet. Das Landgericht Hamburg vertritt die Auffassung, dass unter bestimmten Voraussetzungen nur die Eigentümergemeinschaft als Verband das darf. Es ist zu hoffen, dass der Bundesgerichtshof diese Frage bald klären wird. Bis dahin muss man Eigentümern im Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Hamburg empfehlen, sich deswegen an die WEG zu wenden.

Experte: Rechtsanwalt Dr. Falk von Rechenberg,www.rechenberg-junker.deZusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

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