Leserfrage

Wer zahlt für Fenster der Spitzböden?

An dieser Stelle geben Experten kostenlos Rat

Die Frage: In unserem Haus haben die oberen Wohnungen zusätzlich je einen Raum im Spitzboden, die Nutzung ist eingetragen als Lager- und Hobbyraum. Sie sind als Sondereigentum in der Teilungserklärung deklariert. Jetzt steht eine Dachsanierung an, und es gibt Streit über die Kostenverteilung für die Dachfenster. Einige Eigentümer berufen sich auf die Baugenehmigung, in der nur jeweils ein Fenster eingezeichnet ist. Sie wollen nicht die Kosten für ein zweites Fenster mittragen. Wie ist die rechtliche Lage?

Die Expertin: Bei den Dachfenstern handelt es sich zwingend um Gemeinschaftseigentum. Die Zuordnung in der Teilungserklärung zum Sondereigentum ist nichtig. Es spielt keine Rolle, wie viele Fenster auf Bauzeichnungen oder in Baugenehmigungen eingezeichnet sind. Da in der Teilungserklärung auch keine abweichende Kostenverteilung geregelt ist, ist jeder Wohnungseigentümer dazu verpflichtet, sich an den Kosten der Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums entsprechend seines Miteigentumsanteils zu beteiligen. Es kann aber eine davon abweichende Kostenverteilungsregelung nach § 16 Abs. 4 WEG mit einer Mehrheit von drei Vierteln aller stimmberechtigten Eigentümer und mehr als der Hälfte aller Miteigentumsanteile beschlossen werden. Die Voraussetzungen für eine finanzielle Belastung nur jener Sondereigentümer mit Spitzböden dürften in diesem Fall vorliegen, weil nur sie ausschließlich die Fenster nutzen.

Experte: Rechtsanwältin Karen Wolbers,www.breiholdt-voscherau.deZusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

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