Leserfrage

Habe ich wirklich keinen Anspruch ?

An dieser Stelle geben Experten kostenlos Rat

Die Frage: Nach Kündigung des Mieters habe ich am 29. November 2015 die Wohnung überprüft und diverse Mängel festgestellt, die der Mieter noch zu beseitigen hatte. Ich gab ihm den Wohnungsschlüssel zurück und bat ihn, die Mängel zu beheben. Es passierte nichts, der Mieter übersandte mir den Schlüssel zurück und ich legte am 31. Mai 2016 bei Gericht Schadenersatzklage ein. Doch die wurde abgelehnt mit dem Hinweis, meine Ansprüche seien verjährt. Zu Recht?

Der Experte: Ja, denn der geltend gemachte Schadenersatzanspruch gemäß § 548 Abs. 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist verjährt. Ersatzansprüche des Vermieters wegen Verschlechterung der Mietsache verjähren in sechs Monaten ab dem Zeitpunkt, in dem der Vermieter die Wohnung zurückerhält, weil er sie auf Mängel überprüfen kann. Die Rückgabe eines Schlüssels an den Mieter, damit dieser noch Schönheitsreparaturen durchführen kann, ändert nichts am Verjährungsbeginn. Bei Ihnen begann sie durch die Rückgabe der Schlüssel am 30. November 2015 zu laufen. Die sechsmonatige Verjährungsfrist endete am 29. Mai 2016. Sie haben Ihre Klage erst am 31. Mai 2016 beim Gericht eingereicht. Zu diesem Zeitpunkt waren Ihre Schadenersatzansprüche bereits verjährt. Ich empfehle Ihnen daher für die Zukunft, sich ab Rückgabe der Wohnungsschlüssel eine sechsmonatige Frist zu notieren.

Experte: Axel Adamy, Fachanwalt
für Miet- und WEG-RechtBonk Rechtsanwälte – Fachanwältewww.hohebleichen21.deZusendung von Fragen an:wohnen.kleben@abendblatt.de

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