Leserfrage

Wie umgehen mit Daten von Mietern?

An dieser Stelle geben Experten kostenlos Rat

Die Frage: Wir haben gelesen, dass ab Mai strengere Datenschutz-Regeln zu beachten sind. Aber müssen wir als Vermieter nicht schon aus steuerlichen Gründen die Daten von Mietern zehn Jahre aufbewahren? Wir handhaben das in Papierform, die auf dem Computer werden gelöscht. Ist das korrekt?

Experte: Es ist richtig, dass steuerliche Verpflichtungen die Aufbewahrung von Daten rechtfertigen. Privatleute sind steuerrechtlich allerdings nicht verpflichtet, Unterlagen zehn Jahre aufzubewahren. Das gilt nur, wenn Sie mehr als 500.000 Euro an sogenannten Überschusseinkünften aus Vermietung und Verpachtung haben. Nehmen Sie weniger ein, müssen Sie aus steuerlicher Sicht gar keine besonderen Aufzeichnungspflichten beachten. Anderes gilt natürlich, wenn Sie gegen den Bescheid vorgehen und Einspruch einlegen wollen. Sie können die Unterlagen auch länger aufbewahren, wenn Ihre Mieter nach dem Auszug noch Einwände gegen die Abwicklung des Mietverhältnisses vortragen. Denn auch konkrete Rechtsverteidigungsinteressen rechtfertigen die längere Aufbewahrung von Daten.

Die Datenschutzgrundverordnung gilt übrigens nicht nur für Daten auf dem Computer, sondern auch für Papierakten, wenn diese nach bestimmten Kriterien geordnet sind. Ungeordnete Unterlagen sind dagegen nicht erfasst.

Experte: Helmut Bischoff, Finanzwirt und Steuerexperte des Verbraucherschutzverbandes Wohnen im Eigentumwww.wohnen-im-eigentum.deZusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

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