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So stimmt die Wohnung festlich und fröhlich auf Advent ein

Rot und Grün sind die Farben zum Fest. Hussen helfen, Möbel darauf abzustimmen

Rot und Grün sind die Farben zum Fest. Hussen helfen, Möbel darauf abzustimmen

Foto: Bemz Online Shop / HA

Mit Kugeln, Moos und Tannenzweigen lässt sich schöne Deko zaubern. Dazu passender Duft – und besinnliche Stunden können Einzug halten.

Hamburg.  Adventszeit: Viele Menschen verbinden mit diesen Wochen vor Weihnachten Kerzenschimmer, Teestunden, einen entspannten Tag oder Abend in wohliger Wärme und Treffen mit Freunden und der Familie. Alle Jahre wieder holen wir die Schachteln mit der Weihnachtsdeko hervor, und eine leise Vorfreude kommt auf. Kindliche Erinnerungen werden lebendig. Um diese Vorfreude und inneren Bilder wachzuhalten, geben sich viele Menschen so viel Mühe, die eigenen vier Wände besonders stimmungsvoll zu gestalten.

In den meisten Haushalten hält der Adventskranz Einzug in das heimische Wohn- oder Esszimmer. Ursprünglich bestand er aus einem mit Kerzen bestückten Wagenrad, das für Privathaushalte nicht geeignet war. Über Jahrhunderte veränderte sich sowohl der Umfang als auch das Aussehen des Kranzes. Wer es gern etwas lässiger mag, stellt seinen Adventskranz aus Utensilien, die sich in jedem Haushalt befinden, selbst zusammen. Vier weiße Kerzen beispielsweise, die in einem Moosbett mit Weihnachtskugeln oder Dekopilzen auf einem Tablett arrangiert werden, ersetzen jeden konventionellen Adventskranz.

Früher schmückte man mit eingelagerten Äpfeln

Ein wichtiges Accessoire für die Weihnachtszeit sind natürlich glitzernde Kugeln. Waren sie früher ausschließlich zum Schmuck des Tannenbaumes gedacht, ermöglichen sie heutzutage auch schon während der Adventszeit außergewöhnliche Dekoideen. Im 18. Jahrhundert schmückte die der ärmere Teil der Bevölkerung seinen Weihnachtsbaum noch mit eingelagerten Winteräpfeln und selbst gemachtem Zuckergebäck. Adelige hingegen dekorierten ihre Weihnachtsbäume mit vergoldeten Äpfeln und Glaskugeln.

Früher gab es keinen gewerblich hergestellten Christbaumschmuck, er wurde für jedes Weihnachtsfest vollständig neu von den Familien hergestellt. Dieser Brauch hielt sich bis weit ins 19. Jahrhundert hinein und wurde dann nach und nach durch den neu eingeführten Glasschmuck und durch industriell gefertigtes Lametta verdrängt.

Süd-Nord-Gefälle bei Tradition

Julia Hüsch, Expertin für Weihnachtsdeko – sie vertreibt ihre Produkte nicht nur über ihren Onlineshop bundesweit, sondern auch in ihrem Laden in Mundsburg –, hat in diesen Wochen Hochkonjunktur. In ihrem „Fachgeschäft für Weihnachten“ kommt kein Weihnachtsbaum ungeschmückt davon. Neben traditionellen Kugeln sind bei ihr die ausgefallensten Weihnachtsbaumanhänger zu finden: Englische Sportwagen, Gartenstiefel, Weihnachtsmänner als Chefarzt oder die Titanic lassen jeden Baum zu einem Event werden. „Die meisten Hamburger hängen zwar jedes Jahr aufs Neue ihre bereits vorhandenen Weihnachtskugeln in den Baum, aber Jahr für Jahr gesellt sich oft auch der ein oder andere neue Anhänger dazu“, hat die Dekoexpertin beobachtet.

Auf jeden Fall gäbe es ein Nord-Süd-Gefälle. „Die Hamburger hängen schon eher mal etwas frechere Anhänger an den Baum, während die Bayern beispielsweise eher religiös geprägte Motive wie beispielsweise die heilige Familie oder Engel favorisieren“, sagt Julia Hüsch. Außerdem in Hamburg gefragt: Anhänger, die maritim inspiriert sind – „ein echter Verkaufsschlager“, so die Weihnachtsexpertin.

Weihnachtskugeln können auch als Vasen dienen

Wer seinen Baum perfekt schmücken möchte, sollte in jedem Fall darauf achten, dass die großen Kugeln unten und die kleineren Kugeln oben hängen. „Diese Hängung entspricht der Silhouette des Baumes“, erklärt Julia Hüsch, die einen stärkeren Trend zu LED-Lichterketten statt Baumkerzen feststellt. Ihr Tipp: Wer auch mal gern funkelndes Kerzenlicht im Baum haben möchte, kann unkompliziert eine Lichterkette mit Wachskerzen kombinieren.

Mit Weihnachtskugeln lässt sich im Handumdrehen auch eine adventliche Dekoration für den Tisch oder Anrichte anfertigen. „Sehr schön sieht ein Mix aus unterschiedlichen, eher großen Windlichtern aus, die mit Weihnachtskugeln, Kerzen oder einem kleinen Tannenbaum aus Kunststoff gefüllt sind. Das bringt eine wunderschöne Stimmung“, sagt Thomas Kraus, Storemanager der Einrichtungsfirma Rivièra Maison in Hamburg. In diesem Jahr setzen die Stylisten der belgischen Firmaauf die Farben Eisblau, Silber und Weiß für die Weihnachtsdekoration. Kombiniert mit weißen Kerzen, erzeugt diese Farbwelt eine erstaunlich warme und zugleich elegante Ausstrahlung.

Mit einer Kordel einen Kalender basteln

Für den festlich gedeckten Tisch empfiehlt Kraus eine Kombination aus Moos, Tannenzapfen, kleinen knorrigen Zweigen und Glasteelichtern. „Zusammen mit Kunstschnee verwandelt sich eine schlichte Moosplatte oder Tannenzweige in eine glitzernde Schneelandschaft. Eine ebenso schnelle, wie wirksame Deko“, weiß der bekennende Weihnachtsfan. „Zwischendrin stehen zu kleinen Vasen umfunktionierte Weihnachtskugeln. Entfernt man vorsichtig den Anhänger und füllt die Kugeln mit Wasser, sind sie eine ungewöhnliche Vase für Einzelblüten.“

Freude und adventliche Stimmung verspricht auch der Adventskalender. Am schönsten sind natürlich selbstgemachte Kalender, die auch mit wenig Aufwand herzustellen sind. So reicht beispielsweise schon eine rote Kordel, die man mit speziellem Klebeband in Form eines Tannenbaumes an die Wand bringt und mit kleinen Geschenksäckchen oder Süßigkeiten dekoriert. Selbst am Weihnachtstag ist dieser textile Baum dann auch ohne Geschenksäckchen ein echter Hingucker. Das Klebeband kann dabei rückstandlos von der Wand entfernt werden.

Kerze verströmt Tannenduft

Mit der Weihnachtszeit verbindet jeder seit jeher Tannenduft. Je älter man wird, desto mehr hat so mancher das Gefühl, dass die Tannen weniger intensiv als früher duften. Sicherlich auch eine subjektive Wahrnehmung. Die Kerzenhersteller haben sich – passend zur Jahreszeit – jedenfalls darauf eingestellt und deswegen den Duft „Feu de bois“ (www.ausliebezumduft.de) entwickelt. Wird die Kerze abgebrannt, duftet der Raum nach Tanne und Holz. Eben ganz so, wie man es aus Kindertagen kennt.