Immobilien

Was tun, wenn die Arbeiten stocken?

Frage: Wir haben uns für einen Bauträger entschieden, der uns einen schnellen Hausbau versprochen hat. Leider warten wir seit Wochen darauf, dass die Arbeiten endlich weitergehen. Was können wir in der jetzigen Situation tun?

Der Experte: Haben Sie den Kauf eines schlüsselfertigen Hauses vereinbart, ist damit in der Regel auch ein Übergabetermin verbunden. Nur bis zu diesem Stichtag ist es Ihnen möglich, auf Schadensersatzforderungen im Falle einer nicht termingerechten Übergabe hinzuweisen. Erst wenn der Übergabetermin tatsächlich nicht eingehalten wurde oder der Bauträger diesen Termin schriftlich verschiebt, könnten Sie einen Anspruch geltend machen. Das ist dann aber rückwirkend juristisch zu bewerten. Das nützt Ihnen in der Situation nicht, wenn Sie und Ihre Familie bestehende Mietverträgen rechtzeitig und fristgerecht gekündigt haben. Die Gründe für Verzögerungen sind intern zwischen ihrem Bauträger als dem Auftraggeber (Bauherr) und den ausführenden Firmen zu klären. Als Laie sollten Sie sich da nicht einmischen. Das könnte Ihnen später gegebenenfalls als Behinderung ausgelegt werden. Bei Bauabläufen gibt es viele Gründe für Verzögerungen. Mein Rat ist es daher, dass Sie versuchen dies einzukalkulieren. Auch wenn sich daraus finanzielle Überschneidungen ergeben, gibt Ihnen das Sicherheit und vor allem Spielraum für Fristen zur Fertigstellung und für Mängelbeseitigungen. Ist dieser Spielraum nicht vorhanden, weil praktisch die Möbelwagen schon anrollen, stehen Sie mit dem Rücken zur Wand. Ein Einzug kann nur nach erfolgreicher Übergabe erfolgen.

Experte: Architekt Holger Roik(www.roik-architekt.de.de)Zusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de