Einrichtung

Sie gehörten zu den ersten Bewohnern der HafenCity

Thomas und Sabine Magold in ihrer modern gehaltenen Wohnküche.

Thomas und Sabine Magold in ihrer modern gehaltenen Wohnküche.

Foto: Andreas Laible

Sabine und Thomas Magold gehören zu den ersten Bewohnern im Quartier HafenCity. Seit 2008 leben sie auf 155 Quadratmetern am Kaiserkai.

Hamburg.  In der Wohnung von Thomas und Sabine Magold bekommt man eine Ahnung davon, was die Menschen in die HafenCity zieht. „Mehr Hamburg geht nicht“, schwärmt das Paar.

Der ehemalige Leiter der BMW-Niederlassung Hamburg sowie einstige Vorsitzende des Tourismusverbands Hamburg und seine Frau gehören zu den Pionieren in der HafenCity. 2008, als es in Hamburgs neuem Quartier fast noch nichts gab, bezogen sie ihre 155 Quadratmeter große Eigentumswohnung am Kaiserkai, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Elbphilharmonie liegt.

„Wir hatten damals schon eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie es hier einmal sein würde und haben unsere Entscheidung für die HafenCity nicht eine einzige Minute bereut“, sagt Magold, der sich jeden Tag wieder aufs Neue an der Hafenkulisse erfreut.

Die Wohnung der Magolds erstreckt sich über drei Ebenen und gibt den Blick auf Wasser in vier Himmelsrichtungen frei. Mittelpunkt der lichtdurchfluteten Wohnung ist die überwiegend in Weiß gehaltene, große Wohnküche mit moderner Küchenzeile und manchen Elektro-Raffinessen, wozu unter anderem auch ein klimatisierter Weinschrank, ein Dampfgarer und eine alte Kaffee-Maschine gehören. „Eine Wohnküche war schon immer unser Traum, denn wir haben oft Gäste“, erzählt Sabine Magold.

Über eine Treppe gelangt man zur zweiten Wohnebene

Wer am großen Esstisch mit Granitplatte sitzt, sieht durch das deckenhohe Panoramafenster den Traditionsschiffhafen der Stiftung Hamburg Maritim, dahinter die neuen Gebäude am Sandtorkai, die alten Gebäude der Speicherstadt und die Kirchturmspitze von St. Katharinen. Eyecatcher in der Küche sind die mit rotem Stoff bezogenen Stühle, die die Magolds auf einem privaten Flohmarkt erstanden haben.

Über eine Holztreppe erreicht man die zweite Wohnebene. Hier befinden sich das Schlafzimmer mit angrenzendem Bad, von dem aus man zur großen Freude des Hausherrn beim Duschen aufs Wasser schauen kann, und eine Art Galerie. Sie überrascht mit einem gläsernen Fußboden, der den Blick auf den sich über zwei Ebenen erstreckenden, gut belichteten Erker erlaubt.

Bücherregale prägen die Atmosphäre im Wohnzimmer. Zum Schmökern und Relaxen machen es sich die Magolds gern auf der Sofalandschaft mit den vielen bunten Kissen bequem. Und wenn das Wetter es erlaubt, dann sitzen sie gern auf ihrem Südbalkon, einer Art „Gartenlaube am Fuße der Elphie“, die vom Wohnzimmer aus zu erreichen ist.

Magolds ganzer Stolz ist seine Auto-Sammlung von Modellen im Maßstab 1:18. Rund 160 Exemplare hat der gebürtige Münchner in seiner Vitrine stehen. Darunter auch einige der Marke BMW, für die er früher als Manager tätig war. Einen echten Oldtimer, einen BMW 728i aus dem Jahr 1984, hat Magold hingegen unten in der zur Wohnung gehörenden Tiefgarage stehen. Er wird regelmäßig bewegt. Außerdem teilt er mit seiner Frau die Liebe zu Kunst und Kuriositäten. Davon zeugen zum Beispiel die Gemälde von Massimo Danielis, die Holzskulptur des Berliner Bildhauers Albrecht Klink oder die Objekte „Wilde Maler“ und „Rote Energie“ des Hamburgers Rüdiger Knott. Der ist dafür bekannt, dass er alte, ausgemusterte und wertlos scheinende Gegenstände neu zusammenfügt. Auch die bunte Deckenleuchte von Artemide in der Galerie, das große, 60 Jahre alte WK-Regal im Home Office oder die Barockkommode im Flur fallen auf.

Oberste Ebene der Wohnung ist komplett offen gestaltet

„In den 45 Jahren, die wir mittlerweile verheiratet sind, kommt einiges zusammen. Manches ‚Gerümpel’ wächst einem einfach ans Herz“, lacht Sabine Magold, gebürtige Osnabrückerin, und blickt dabei auf ihre „Schätze“. Die oberste Ebene der schmalen, an ein Stadthaus erinnernden Wohnung ist komplett offen gestaltet und über einen eigenen Eingang erreichbar. Hier gibt es einen Bereich für Gäste und einen zum Arbeiten. Denn die Magolds haben zahlreiche Ehrenämter inne. So engagiert sich die Hausherrin am Elterntelefon des Kinderschutzbunds. Und der Hausherr mischt im Freundeskreis des Deutschen Schauspielhauses mit, gehört außerdem seit vielen Jahren dem Netzwerk HafenCity an.

Die Weiterentwicklung des Quartiers liegt ihm am Herzen. „Wir brauchen ein Verkehrskonzept für den Kaiserkai, bei dem das zukünftige Nebeneinander von Konzertgästen, Anwohnern und Touristen verträglich organisiert wird.“ Für das Überseequartier wünscht er sich als Vorsitzender des Quartiersmanagement-Beirats, dass das derzeit geplante große Einkaufsareal im Süden zur Belebung des ganzen Stadtteils beiträgt. „Uns ist wichtig, dass hier nicht doch auf Umwegen ein abgeschlossenes Einkaufszentrum entsteht.“

Etwas belebter könnte nach Einschätzung des Paares auch der Bereich rund um den Kaiserkai, ihrer eigenen Adresse, sein. „Aber das wird sich ohnehin, spätestens mit der Eröffnung der Elbphilharmonie im nächsten Jahr ändern“, ist Magold sicher. „Wir haben schon heute ein tolles Miteinander von jüngeren und älteren Nachbarn, eine bunte Gastronomie und inzwischen auch gute Einkaufsmöglichkeiten“, sagt Sabine Magold. Was ihr noch fehle, seien ein schöner Blumenladen und eine gute Konditorei. Jetzt freuen sich die Magolds schon auf den nächsten Sommer. Dann soll die rund 200 Quadratmeter große Dachterrasse, die allen 23 Parteien der Baugemeinschaft offen steht, ausgiebig genutzt werden. Bei der Begehung der Dachterrasse kann man den Magolds nur recht geben: Mehr Hamburg geht kaum!