Leserfragen

Darf ich ein Zimmer ohne Küche vermieten?

In dieser Rubrik werden Fragen der Leser kostenlos von Rechts- und Bauexperten beantwortet

Die Leserfrage: Ich habe besitze eine vermietete 2-Zimmer-Wohnung. Ich hätte jetzt die Gelegenheit, von einem Nachbarn ein separates Zimmer mit Dusche und WC dazu zu kaufen. Ursprünglich war es mal als „Dienstmädchenzimmer“ gedacht. Es liegt im Dachgeschoss und hat keinen eigenen Zugang vom Treppenhaus. Da es für mich, für später, wenn ich einmal dort wohne, ein ideales Gästezimmer wäre, würde ich diese Kaufgelegenheit gerne nutzen. Nun scheint es aber grundbuchrechtliche Schwierigkeiten zu geben. Unklar ist auch, wie dieses Zimmer zu bewerten ist. Es ist ja keine vollwertige Wohnung, weil keine Küche vorhanden ist. Die Ausstattung des Bades ist aus dem Jahr 1980 und dementsprechend unmodern, um nicht zu sagen hässlich.Da meine Mieter im Moment kein Interesse an dem Extrazimmer haben, stellt sich mir auch die Frage der zwischenzeitlichen Nutzung. Kann ich das Zimmer separat als kleines Büro, Gästezimmer oder Lager vermieten?

Der Experte: Voraussetzung für die Übertragung des Eigentums an dem Zimmer ist, dass dieses in einem neu zu erstellenden Aufteilungsplan der Wohnung des Käufers, also Ihrer Wohnung, zugeordnet wird und die zuständige Bauaufsichtsbehörde bescheinigt, dass das Zimmer „in sich abgeschlossen“ ist. Dies ist dann der Fall, wenn es baulich vollkommen von fremden Wohnungen oder Räumen durch Wände und Decken abgeschlossen ist und über einen eigenen Zugang verfügt. Nach Vorlage dieser Bescheinigung kann ein Veräußerungsvertrag vor einem Notar beurkundet werden. Gegen eine Vermietung des Zimmers bestehen dann keine Bedenken. Allerdings wären etwaige sich aus der Gemeinschaftsordnung ergebende Zweckbestimmungen zu beachten.So könnte etwa nur eine Wohnnutzung gestattet und eine gewerbliche Nutzung grundsätzlich ausgeschlossen sein.

Experte ist Rechtsanwalt Falk von Rechenberg,
www.rechenberg-junker.deNeue Fragen an: wohnen.leben@abendblatt.de