Leser fragen Experten

Fensteraustausch und hustender Nachbar

Im Laufe der letzten Jahre haben Eigentümer in unserer Anlage auf eigene Kosten und mit Zustimmung der Verwaltung neue Fenster einbauen lassen. Nun beschloss diese plötzlich, solche Maßnahmen künftig aus der Reparaturrücklage zahlen zu wollen. Das freut jene, die ihre Fenster noch nicht ausgetauscht haben. Wir jedoch mit neuen Fenstern fordern einen Ersatz für bereits geleistete Zahlungen. Mit Mehrheit wurde jedoch beschlossen, dass die Entschädigung nur jeweils 200 Euro betragen soll – und auch wir in die Reparaturrücklage für weitere Fenstererneuerungen einzahlen sollen. Wir finden das nicht gerecht. Wie ist die Rechtslage?

Dass bislang auf eigene Kosten die Fenster reparieren wurden, lässt vermuten, dass diese Kostentragungspflicht in der Teilungserklärung beziehungsweise Miteigentumsordnung zu finden ist. Die Verwaltung kann dies nicht mit Beschluss ändernist überhaupt nicht beschlussfähig. Auch die Versammlung nicht. Dies ist nur möglich mit Zustimmung aller Wohnungseigentümer, was wiederum notariell zu bestätigen ist. Daher dürfte der Mehrheitsbeschluss, hier künftig auf die Reparaturrücklage zurückgreifen zu wollen, , die Reparaturrücklage anzugreifen,nichtig oder unwirksam sein.

Mein Nachbar leider unter chronischem Husten- und Räusperzwang. Ich komme dadurch kaum zur Ruhe. Was kann ich machen?

Wenn Sie Mieter sind, haben Sie das Recht, die Miete gegenüber Ihrem Vermieter zu mindern, aber nur wenn die Störung die Gebrauchstauglichkeit Ihrer Wohnung nicht unerheblich mindert. Unerheblichkeit liegt im Allgemeinen vor, wenn der Störer seine Wohnung vertragsgemäß nutzt. Im Eigentumsrecht spricht man von ortsüblicher Nutzung. Beides dürfte bei Husten und Räuspern der Fall sein. Hier muss wohl über Dämmmaßnahmen gesprochen werden.

Experte: Rechtsanwalt Peter Ando Lindemann www.rathausmarkt-5.deZusendung von Fragen: wohnen.leben@abendblatt.deBereits beantwortete Fragen:www.abendblatt.de/ratgeber