Wenn die eigene Immobilie im Alter zur Last wird

Ratgeber, die beim Verkauf und der Entrümpelung helfen. Wohnformen im Überblick

Heidelore G. hat sich lange mit der Frage beschäftigt, ob sie ihr großes Haus im Rosengarten gegen eine Wohnung eintauschen sollte. Nach gut einem Jahr wagte die 67-Jährige den Schritt und zog in eine Dreizimmerwohnung in Harburg. Professionell begleitet wurde sie dabei von Rainer Golunski (www.golunski.de). Der 60-jährige Architekt und Bausachverständige half ihr, die Immobilie mit dem großen Seegrundstück gut zu verkaufen. Er selbst hat erst vor Kurzem zusammen mit seiner Frau einen ähnlichen Weg beschritten: Er tauschte sein Haus in ländlicher Umgebung gegen ein Reihenhaus in Rahlstedt – „und hat dies nie bereut“.

Die vielen Fälle jedoch, in denen die Trennung von der eigenen Immobilie nicht so gut verlief, haben ihn dazu bewogen, ältere Menschen bei diesem Schritt, der etwaigen Entrümpelung und der Suche nach einem neuen Domizil beraten zu wollen. „Die Entscheidung fiel, als ich davon hörte, wie leicht es sich Banken und Makler manches Mal machen“, erzählt der Sachverständige. In einem Fall sei die Immobilie weit unter Wert verkauft worden, die Bank habe anschließend die Besitzerin dazu überredet, das Geld in einen Rentenfonds einzuzahlen. „Mit 89 Jahren – in so einem Alter macht ein solches Anlagemodell doch gar keinen Sinn mehr“, ärgert sich Golunski.

Beeindruckt zeigt sich der Immobilienprofi noch immer von der Klarheit, mit der Heidelore G. sich für dem Umzug in eine Wohnung entschied. Die Seniorin rät Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation wie sie damals befinden, in sich hineinzuhorchen: „Sie sollten sich ehrlich fragen, was sie noch können und wollen. Und sie sollten mit ihren Kindern sprechen.“ Viele glaubten, die Immobilie für sie behalten zu müssen, „doch oftmals wollen die das gar nicht.“ Besonders Frauen möchte sie ermutigen, sich mehr zuzutrauen und Verantwortung für sich und ihre Zukunft zu übernehmen. „Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen“, zitiert sie den von ihr geschätzten deutschen Mystiker Meister Eckhart (1260-1327).

Rainer Golunski indessen gibt zu bedenken: „Wenn Menschen fast nur noch für ihre Häuser da sind, weil Reparaturen viel Geld und Zeit verschlingen und Schäden sogar die Gesundheit beeinträchtigen, läuft etwas grundlegend schief“, sagt der 60-Jährige.

Wer sich dies eingesteht und in der Folge den Umzug in eine Seniorenresidenz oder eine andere Einrichtung nicht ausschließen möchte, dem sei die Lektüre des Ratgebers „Umsorgt wohnen“ (19,90 Euro) des Abendblatts empfohlen. Er liegt mittlerweile in 9. Auflage vor und zeigt auf sehr einfühlsame Weise sämtliche Möglichkeiten auf, die sich im Alter, speziell dabei in Hamburg und Umgebung, bieten.