Frühjahrsputz nach Plan

Neben einem guten Zeitmanagement helfen auch diese Expertentipps für jeden Haushalt weiter

Der Frühling naht. Die Sonne scheint heller - und bringt die Schmutzecken so richtig zutage. Es ist Zeit für den Frühjahrsputz. Mit Staubsaugen und Wischen ist es nicht getan, wenigstens einmal im Jahr sollten die Fenster geputzt, Schränke ausgemistet, Lampen und Heizkörper gesäubert werden. Wer vor diesem Mammutprogramm nicht kapitulieren will, braucht ein gutes Zeitmanagement.

Am Anfang steht das Aufräumen - "dann putzt es sich gleich viel leichter", sagt Aufräumcoach Rita Schilke aus Berlin. Damit das Aussortieren schneller von der Hand geht, empfiehlt die Expertin das Vier-Kisten-Prinzip: eine Schatzkiste mit allem, woran das Herz hängt, eine Sofort-Weg-Kiste, eine mit Sachen zum Weitergeben und eine für Zweifelsfälle, die nach ein paar Wochen noch einmal durchgesehen wird.

Grundsätzlich ist es ratsam, das Putzen auf mehrere Termine zu verteilen, sagt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion Das Sichere Haus (DSH) in Hamburg. Zum Beispiel sollte man Teppiche und Matten im Sommer reinigen, wenn sie schneller trocknen. "Ich würde zwei feste Termine im Jahr für das Ausmisten der Schränke einplanen: einen im Frühjahr und einen im Herbst." An zwei weiteren Terminen werden dann Spielzeug oder Kinderbücher aussortiert.

Nicht alles an einem Wochenende erledigen, auch Extratermine festlegen

Wie aber anfangen, ohne gleich wieder die Lust zu verlieren? Vor allem sollte man sich nicht zu viel auf einmal vornehmen und Pausen einplanen. "Es hat wenig Sinn, das ganze Wochenende so zu verplanen", sagt Alexandra Borchard-Becker von der Verbraucher Initiative in Berlin. Man könne auch beim wöchentlichen Putz nach und nach immer noch ein Fenster mitreinigen. Die Ecken, die etwas länger dauern wie der Schreibtisch, sollten einen Extratermin bekommen.

Leichter fällt der Frühjahrsputz, wenn die ganze Familie mitmacht. Scharfe Reinigungsmittel sind natürlich nichts für Kinderhände. Aber ein bisschen mit dem Lappen hantieren, das können auch schon Vierjährige. Um Kinder und Partner zum Mithelfen zu bewegen, packt man sie am besten bei ihrem Spieltrieb, rät Semling. Mit günstigen weißen Schutzanzügen aus dem Baumarkt als "Tatortreiniger" ausgerüstet, könne das ein großer Spaß werden. "Und wenn man als Belohnung für alle einen Tag im Freizeitpark in Aussicht stellt - dann sollte das klappen."

Die Checkliste wird am besten groß auf die Rückseite einer Tapetenrolle geschrieben - mit Spalten für die Aufgaben und den Beauftragten. Wer auf sich allein gestellt ist, geht Raum für Raum vor: zuerst Küche und Bad, dann Wohn- und Schlafzimmer. Geputzt wird von oben nach unten und von hinten nach vorn, rät Borchard-Becker. Alle Utensilien sollten parat stehen. In der Regel reichen Allzweckreiniger, Mikrofasertücher und Scheuermittel. Dazu empfiehlt die Verbraucherberaterin ein paar Hausmittel. "Essig, Essigessenz und Zitronensäure sind Allround-Talente", sagt Borchard-Becker. "Sie bekämpfen Kalkablagerungen, Bakterien und schlechte Gerüche." Schmutz auf angebrannten Töpfen könne mit Natron aufgeweicht werden. Spiritus eigne sich für Spiegel und Fenster. Mit Glyzerin im Wischwasser blieben Fenster länger staubfrei und klar; mit Scheuermitteln ließen sich Edelstahlspülen und Herdplatten glänzend aufpolieren.

Weitere Tipps: Soda mit Essig befreit verstopfte Abflüsse, ähnlich gute Resultat sollen sich aber auch mit Backpulver im Abfluss erzielen lassen. Auch Vergilbungen auf den Armaturen sollen sich mit dem Pulver gut abscheuern lassen. Danach mit Zitronensäure nachputzen, dann bilden sich nicht so schnell neue Verfärbungen auf den Oberflächen.

Wer durchhält, hat sich hinterher eine Belohnung verdient: "Einen frischen Kaffee in einem wie neu blitzenden und duftendem Raum oder man schenkt sich selbst einen schönen Blumenstrauß", schlägt Woelk vor. Zu guter Letzt hat das Ganze noch einen angenehmen Nebeneffekt: Laut Verbraucher Initiative verbrennen 60 Minuten Staubsaugen 282 Kalorien, beim Fensterputzen sind es 332. Wer einen Putztag einlegt, spart sich also gleich das Work-out, das er sich vielleicht auch schon länger vorgenommen hatte.

Weitere Tipps enthält das Faltblatt "Sauber ist sicher besser: (Öko-)Tipps für den Hausputz" der Aktion Das Sichere Haus. Es kann kostenlos unter bestellung@das-sichere-haus.de angefordert oder unter http://dpaq.de/xsZPI heruntergeladen werden. Die Themenhefte "Sauberer Haushalt" und "Omas Hausmittel" können unter www.verbraucher.org bestellt oder gleich heruntergeladen werden.