Raumsprays und Duftlampen können Allergien auslösen

Richtiges Lüften ist besser als Hilfsmittel aus der Chemie

Millionen Menschen leiden unter Allergien, und gerade in diesem Jahr flogen die Pollen früher denn je. Dabei macht Allergikern nicht nur der Aufenthalt im Freien zu schaffen, sondern oft auch die Luft in den eigenen Wänden. "Die meisten Menschen zollen der Innenraumluft in ihren Wohnungen und Häusern immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit", sagt Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). "Dabei wissen wir, wie stark Schadstoffe empfindlichen Menschen zusetzen können."

Aber nicht nur Farben, Lacke, Teppichkleber oder Dichtungsmassen gasen ihre schädlichen Inhaltsstoffe in neuen oder frisch renovierten Wohnräumen aus, sondern die Bewohner selbst machen sich das Leben unnötig schwer. Lieb gewonnene Gewohnheiten, wie das Anstecken von Kerzen schon zum Frühstück etwa, reizen Atemwege und Bronchien. Probleme bereiten unter Umständen auch Duftlampen oder -kerzen, Räucherstäbchen, Raumdeos und die neuerdings so beliebten Pseudo-Kamine, die mit Ethanol gespeist werden. Hinzu kommen die Ausdünstungen von Putz- und Pflegemitteln, und in vielen Haushalten immer noch Zigarettenrauch.

"Alle diese Stoffe sind Teil unseres Alltags. Die meisten Menschen denken bei einer Allergie aber gar nicht an ihr Raumspray, das als Auslöser durchaus infrage kommen könnte", sagt Penningh. Um auf das komplexe Thema aufmerksam zu machen, bietet der Verband Privater Bauherren den Ratgeber "Gesund Bauen - Gesund Wohnen" an. Er enthält viele wichtige Hinweise auf Schadstoffe beim Bauen und im Wohnumfeld. "Viele Menschen machen sich kaum Gedanken über Schadstoffe. Volatile organic compounds, sogenannte VOCs, sind flüchtige organische Stoffe und den meisten Bewohnern unbekannt", mutmaßt Thomas Penningh. Sie kommen in feucht eingebauten Baustoffen vor, also in Lacken, Farben, Klebern, Dichtungsmassen, und gehen beim Austrocknen in die Raumluft über. Diese Produkte werden millionenfach von Heimwerkern verwendet. Kaum einer weiß, was er sich mit bestimmten Baustoffen in die Wohnung holt.

Aber auch trockene Baustoffe haben es nach VPB-Erfahrung in sich. Beispielsweise der Mottenschutz im Teppichboden oder der Flammschutz im Vorhangstoff. Alle diese Hilfsstoffe bleiben lange im Raum und gelangen so auch in den Körper des Menschen. Solche Schadstoffe sollten möglichst schon beim Einkauf vermieden werden, rät der Verband. Werden sie aber doch eingebaut, dann hilft nur konsequentes Lüften, um die Schadstoffe aus dem Wohnraum zu entfernen.

"Die meisten Menschen lüften zu selten und dann noch falsch", sagt der VPB-Sachverständige. Wer neu gebaut oder frisch renoviert hat, der sollte sorgfältig lüften, damit Restfeuchte aus Putz und Estrich sowie Schadstoffe aus Klebern und Dichtungsmassen möglichst schnell entweichen können.

Statt mehrmals täglich bis zu zehn Minuten alle Fenster weit zu öffnen, werden die Fenster morgens oft nur gekippt. Das sei aber absolut falsch. Es vergeude Energie und könne zu Feuchteschäden führen, so der Fachmann.

Der VPB rät Bauherren, Althauskäufern und Heimwerkern gleichermaßen zur Vorsicht: Wer baut oder saniert, der sollte sich immer vorher informieren, welche alten Baustoffe er möglicherweise bei seinem Umbau vorfindet und welche neuen Materialien er in Zukunft verwenden will. Weitere Informationen auch unter www.vpb.de im Internet.