Hamburg hat höchste Spanne bei Kaufpreisen und Mieten

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Hamburg weist den facettenreichsten Wohnungsmarkt Deutschlands auf. Dies geht aus dem aktuellen F+B-Wohn-Index Deutschland hervor, der für das zweite Quartal die Preisentwicklung von Eigentumswohnungen und Häusern mit den Trends von Neuvertrags- und Bestandsmieten und den Ertragswerten von Mehrfamilienhäusern bis auf Postleitzahlebene abbildet. "Die Streubreite von Preisen und Mieten ist in der Hansestadt am höchsten", sagt Bernd Leutner, Geschäftsführer der F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH. "So sind beispielsweise in den teuersten Straßen der Hansestadt Eigentumswohnungen qualitätsbereinigt 6000 Euro/m² teurer als in den preiswertesten Vierteln." Unter qualitätsbereinigt versteht man, wenn Kriterien wie Größe und Ausstattung auf die idealtypische Indexwohnung (70 m², zehn Jahre, normale Ausstattung) heruntergebrochen und somit vergleichbar werden.

Der bundesweite Durchschnittswert für eine zehn Jahre alte 70 Quadratmeter große Eigentumswohnung beträgt aktuell 1600 Euro/m². "Im Stadtstaat Hamburg und in Bayern ist das Preisniveau allerdings 900 beziehungsweise gut 600 Euro pro Quadratmeter höher", sagt Leutner. So liege der Hamburger Durchschnittspreis bei 2500 Euro und der bayrische bei 2230 Euro pro Quadratmeter. Niedersachsen befindet sich dagegen mit 1280 Euro/m² unter dem Bundesdurchschnitt.

"Das Süd-Nord-Gefälle zeigt sich nicht nur bei der Preisentwicklung von Eigentumswohnungen, sondern auch bei den Neuvertragsmieten", sagt Leutner. "Hamburg und Bayern liegen mit 8,90 und 7,80 Euro/m² an der Spitze." Die Neuvertragsmieten einer zehn Jahre alten 70-Quadratmeterwohnung in Berlin und Nordrhein-Westfalen entsprechen etwa dem bundesweiten Durchschnittswert von 6,50 Euro/m². Am Ende der Mietskala rangieren erneut wie bei den Kaufpreisen die ostdeutschen Bundesländer mit Mieten zwischen 5,50 und 4,80 Euro/m².

Während im Bundesländer-Ranking der Stadtstaat Hamburg vor Bayern liegt, führt beim Blick auf die Landeshauptstädte München dann doch mit Abstand die Rangliste an. Hier kosten Eigentumswohnungen im Schnitt 3610 Euro/m², während für Hamburg ein Wert von 2500 Euro/m² ermittelt wurde. Auch bei den Neuvertragsmieten ist die bayrische Landeshauptstadt mit 11,70 Euro/m² einsamer Spitzenreiter. Ihr folgen Hamburg und Stuttgart mit jeweils 8,90 Euro/m².

Insbesondere in den Metropolregionen stiegen die Preise für Wohnungen

"Wohnimmobilien erleben derzeit eine Renaissance als solide und langfristige Vermögensanlage", stellt Bernd Leutner bilanzierend fest. "Dies zeigt sich in anziehenden Preisen für Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser - insbesondere in den prosperierenden Metropolregionen." Im Vergleich zum Vorquartal seien die Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland um 0,5 Prozent gestiegen. Bei Mehrfamilienhäusern sei diese Entwicklung mit 0,3 Prozent etwas schwächer ausgeprägt. Auch die Neuvertragsmieten bewegten sich im Durchschnitt leicht nach oben: um 0,3 Prozent im Vergleich zum Jahresanfang.

"Das Abkühlen der deutschen Wirtschaft und die Unsicherheit auf den Finanzmärkten spiegelt sich hingegen in den Eigenheimpreisen wider, die gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent zurückgehen", unterstrich Leutner. "Dies gilt vor allem für Einfamilienhäuser in ländlichen Regionen." Auch die Bestandsmieten verzeichnen hier Rückgänge um 1,5 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn. Eine Ausnahme sei allerdings Ahrensburg im Nordosten Hamburgs. Hier stiegen die Mieten um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

( (HA) )

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