Kosten fürs Sanieren vorab klären

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Im Energiepass sind Umbaumaßnahmen sowie Energieverbrauch festgehalten

Wie hoch die Kosten für energetisches Sanieren sind, hängt von dem Zustand der jeweiligen Immobilie ab. In der Hansestadt gilt der Hamburger Energiepass, den der Verkäufer dem Interessenten vorlegen muss. Darin sind die bisher erfolgten Sanierungsmaßnahmen und der Energieverbrauch festgehalten. Der Käufer kann somit einschätzen, was noch zu sanieren ist und welche weiteren Kosten auf ihn zukommen. Sollte es keinen Energiepass geben, kann der bisherige Energiebedarf nur anhand des Verbrauchs eingesehen werden. Ein externer Berater wie ein Architekt kann die Substanz prüfen und einschätzen, was saniert werden sollte und zu welchem Preis.

"Eventuell wird auch ein Energiepass erstellt", sagt Architekt Tom Böhlen. "Er kostet derzeit 475 Euro und wird um bis zu 40 Prozent gefördert durch die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt (WK), die das Geld wiederum aus Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommt." Um einen solchen Energiepass zu erstellen, werde der Energieverbrauch über die Durchgangswiderstände der Bauteile ermittelt, so Böhlen. "Das sind vor allem Wände, Decken, Fenster und das Dach. Bei guten Widerstandswerten bleibt viel Wärme im Inneren, und es wird wenig Energie benötigt." Bei schlechteren Werten würden die entsprechenden Maßnahmen und Kosten genannt, sagt der Architekt.

Die Vorgaben im Energiepass richten sich nach der aktuellen und seit Oktober 2009 gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV). Diese bundesweit gültige Verordnung soll den Energiebedarf in Neubauten und Altbauten und damit den CO2-Ausstoß reduzieren. Bis zu 30 Prozent Energie soll so eingespart werden. Dazu fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entsprechende Modernisierungen mit 7500 bis 50 000 Euro Investitionszuschuss, je nach Maßnahme. Entsprechende Anträge und die Kreditvergabe erfolgen jedoch über die Hausbank. Gefördert werden beispielsweise neue energiegerechte Fenster oder die Dämmung von Außenwänden. Zudem vergibt die KfW auch zinsgünstige Darlehen bei Neubauten.

Ein Neubau ist zwar immer energetisch auf dem besseren Stand, aber ob eine Immobilie nun 50 oder 100 Jahre alt ist, spielt kaum eine Rolle. Es kommt eher auf den Zustand der Instandhaltung an und wie stabil das Gebäude zu seiner Zeit gebaut wurde.

"Während der Weimarer Republik gab es kaum Baumaterial. Die Substanz aus dieser Zeit ist also sehr schlecht", sagt Böhlen. "Dagegen wurde um die Jahrhundertwende mit sehr viel mehr Aufwand gebaut." Zudem komme es darauf an, für wen die Häuser gebaut worden seien. In Altona sei die Bausubstanz teilweise schlecht; die Häuser seien für Arbeiter errichtet worden, sagt der Architekt. "Zur gleichen Zeit sind in Blankenese Villen entstanden, deren Substanz bis heute gut erhalten ist."

( (alg) )

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