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Kulturdenkmal mit Geschichte

Foto: Marks Immobilien

Zwei Villen und vier Baugrundstücke am Mühlenteich in Wentorf

Der Reinbeker Mühlenteich, der Wentorfer Golfplatz, der Sachsenwald - der ländliche Charme dieses Anwesens, das nur 23 S-Bahn Minuten von der Hamburger Innenstadt entfernt ist, wird schnell deutlich. Der damals in der Esplanade ansässige Arzt Karl Gustav Haase ließ 1889 die Villa als Landhaus erbauen, die dann 1897/98 von dem bekannten Hamburger Architekten Martin Haller (1901 Hapag-Haus, 1904 Laeiszhalle) erweitert wurde.

Damals war es im gesellschaftlichen Hamburg üblich, sich Sommersitze vor den Toren der Stadt zu bauen, sei es in Rissen oder Blankenese, Reinbek, Wentorf oder Aumühle. Die großen Familien zogen für einige Monate "aufs Land" - das Personal kam selbstverständlich mit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Villa - ein eingetragenes Kulturdenkmal - bei einer Wohnfläche von etwa 650 m² über 15 Zimmer und drei Bäder verfügt. Die ursprüngliche Raumaufteilung ist jedoch kaum noch zu erkennen, da das Haus ab etwa 1935 bis in die 90er-Jahre als Kinderheim genutzt wurde. Trotzdem zeugen das imposante Treppenhaus mit seinem meterhohen, bleiverglasten Fenster, ein englischer Kamin, Parkettböden und Stuckdecken (derzeit jedoch hinter abgehängten Decken verborgen) noch heute vom ehemals herrschaftlichen Stil des Hauses.

"Eine neue Nutzung wäre als Ein- oder auch als Zweifamilienhaus möglich, da der Keller mit seinen großen Fenstern und seiner hohen Decke voll als Wohnraum oder auch als Büro zu nutzen ist", sagt Karl-Friedrich Marks von Marks Immobilien.

Das Wohnhaus steht auf einem etwa 3000 m² großen Grundstück als Teil eines ehemaligen Parkareals mit vier weiteren Grundstücken zwischen 1300 und 1600 m², die einzeln ohne Baubindung verkauft werden. Für eine Neubebauung sind nur Einzelhäuser mit maximal zwei Vollgeschossen zugelassen, alle Ver- und Entsorgungsleitungen liegen in der Straße.

Ebenfalls zum Anwesen gehört ein sechstes bebautes Grundstück. Das Haus hat eine Wohnfläche von 250 m², verfügt über acht Zimmer, drei Bäder und zwei Küchen. Wie auch im großen Haus erfolgt die Heizung und Warmwasseraufbereitung über eine Gaszentralheizung. Auch dieses Haus wurde zwischen 1935 und 1945 von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt NSV als Säuglings- und Kinderheim genutzt, ab 1959 als Kinderheim der Stadt Hamburg. Die Kaufpreise für die Villen liegen bei 1 250 000 und 575 000 Euro, die Grundstückspreise variieren zwischen 375 000 und 445 000 Euro.

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