Natur

Den Garten winterfest machen

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Auf den richtigen Umgang mit Licht und Laub kommt es zum Schutz von Tieren und Pflanzen in der kalten und dunklen Jahreszeit an

Mit dem Herbst und den kürzer werdenden Tagen bereitet sich die Natur auf den Winter vor. Die Pflanzen verändern sich - es ist Zeit, jetzt den Garten auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Dazu gehört auch die Beleuchtung: "Licht spielt in der dunklen Jahreszeit im Garten eine große Rolle", sagt Mark Hansen von Hansen Gartentechnik. Der Experte empfiehlt Strahler, die wie Spieße in die Erde gesteckt werden können und deren Leuchten drehbar sind. "Auf diese Weise können zu unterschiedlichen Vegetationsperioden verschiedene Pflanzen beleuchtet werden", sagt Hansen. Grundsätzlich schön seien Kugelleuchten. "Wenn sie mit Schnee bedeckt sind, sieht das toll aus, besonders unter Blättern oder in Gräserlandschaften."

Ohnehin raten Experten dazu, auch in der kalten Jahreszeit vieles im Freien stehen oder liegen zu lassen. So empfiehlt Roger Gloszat, Fachberater beim Landesverband der Gartenfreunde Hamburg, Stauden und Gräser nicht mehr wie früher üblich, jetzt radikal zurückzuschneiden. "Es besteht kein Grund, dies zu tun - für Wuchs und Blüte im Frühjahr oder Sommer spielt dies überhaupt keine Rolle." Dies gelte auch für Bäume, Sträucher oder Rosen, so Gloszat weiter. Je mehr zurückgeschnitten werde, desto größer sei die Gefahr, dass Frost ins Innere der Pflanze eindringe: "Der Rückschnitt sollte im Frühjahr erfolgen, im Herbst rate ich entschieden davon ab", betont der Gartenfachmann.

Gleichwohl sei jetzt noch Pflanzzeit. "Solange der Boden noch nicht gefroren ist, können etwa Obstpflanzen eingesetzt werden", sagt Gloszat. Trotz Ruhephase bildeten sich Wurzeln, im Frühling könne es sogar schon Blüten und später Früchte geben. Auch Zwiebeln von Tulpen, Iris oder Krokussen müssten nun unter die Erde. Zudem sei jetzt die richtige Zeit, um Stauden zu teilen, wenn sie im kommenden Jahr eine größere Fläche bedecken sollen.

Sinnvoll ist es, jetzt noch einmal die Hecken in die richtige Form zu bringen und den Rasen zu mähen. Danach sollte er jedoch möglichst nicht mehr betreten werden, da die kleinen Gräser beschädigt werden und sich im Frühjahr Flecken auf der Rasenfläche bilden können.

Wie die Beete, sollte auch der Rasen nicht ganz ungeschützt dem Winter überlassen werden, sagt Gloszat: "Das Laub kann ruhig oben liegen bleiben, das meiste wird von Würmern aufgefressen." Nur dort, wo größere Mengen an Blättern liegen und der Rasen nicht mehr atmen könne, müsse das Laub entfernt werden. Ein Teil der Blätter könne auch in die Beete gebracht werden: "Ich empfehle, eine zehn bis zwölf Zentimeter hohe Schicht Blätter zwischen Büschen und Sträuchern zu lassen. Das ist ein idealer Schutzraum für den Igel." Im Frühling sollte das Laub dann allerdings entfernt werden.

Auch Maike Rohde von der Gärtnerei von Ehren sieht im Laub einen idealen Bodenschutz. Doch sie rät, Rindenmulch oder Tannenzweige mit in die Beete zu legen, da Laub leicht vom Wind verweht wird. "Kastanienblätter, die von der Miniermotte befallen sind, oder Rosenblätter mit Pilzbefall haben allerdings weder im Beet noch im Kompost etwas zu suchen, sondern sollten über den Hausmüll entsorgt werden." Anderenfalls vermehrten sich die Schädlinge weiter - "und könnten sich im nächsten Frühjahr im Garten wieder verbreiten", erklärt die Landschaftsarchitektin.

Viele Kunden würden jetzt nach der richtigen Behandlung von Rosen fragen, so Rohde weiter. Auch wenn es viele verschiedene Sorten gebe, so gelte grundsätzlich der Rat, nur Verblühtes zu entfernen und erst im Frühjahr zurückzuschneiden, damit die Rosen im Sommer viele Blüten bilden.

Beim Umgang mit Kübelpflanzen gelte die Faustregel, dass mediterrane Pflanzen ins Haus geholt und dort möglichst hell und kühl gestellt werden sollten. Einheimische Pflanzen könnten im Freien bleiben: "Der Kübel darf aber nicht einfrieren. Darum muss er vom Boden weg und auf Füße gestellt werden. Zudem wird er am besten umwickelt oder eingepackt, vorzugsweise in Jute", sagt Rohde. Zudem müsse der Untersetzer entfernt werden, damit sich dort kein Eis bilde. Was viele oft vergessen beziehungsweise unterschätzen: "Auch Kübelpflanzen brauchen in diesen Monaten Wasser. Aber nicht viel, denn das Wachstum findet bis zum Frühjahr nur eingeschränkt statt", sagt die Landschaftsarchitektin. Wichtig sei, dass dafür gesorgt werde, dass das Wasser auch abfließen könne und sich nicht im Kübel aufstaue.