Ästhetisch, innovativ und funktional

Die Gewinner des Red Dot Awards, dem begehrten Produktdesign-Oscars, stehen fest

Bereits seit 1955 markiert das Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen international herausragendes Produktdesign mit einem roten Punkt. Hersteller und Designer unterschiedlichster Produkte können sich in dem weltweit wichtigsten Designwettbewerb in verschiedenen Kategorien um die begehrte Auszeichnung mit dem "Red dot" bewerben. Die Ergebnisse des diesjährigen Awards stehen jetzt fest. "Die Beteiligung am Produktdesign-Wettbewerb war in diesem Jahr höher und internationaler als jemals zuvor. Dass sich 57 Nationen in diesem Jahr mit Einreichungen beteiligt haben, zeigt, dass gutes Design Grenzen überschreiten kann", resümiert "Red dot"-Initiator Peter Zec.

Zu den ausgezeichneten Produkten in der Kategorie "Wohnen und Schlafen" gehört der Orizuru-Stuhl vom japanischen Hersteller Tendo. Das gestalterische Konzept des Stuhls lehnt sich an die Grundprinzipien des Origami an, womit sich die Form an der Faltfigur des Kranichs orientiert. Ebenso, wie das Origami aus nur einem Blatt Papier gefaltet wird, besteht der im Raum scheinbar schwebende Orizuru aus einem einzigen, raffiniert geformten Sperrholzbrett. "Durch seine Gestaltung und die Verknüpfung von Tradition und Innovation ist der Stuhl ein Objekt mit hoher Symbolkraft. In seiner Komplexität zeigt sich die meditative Einfachheit des Origami", so das Urteil der Jury.

Eine Hommage für japanische Traditionen ist auch der Barhocker Origami von H+H Furniture (Hans und Gesa Hansen), für den es ebenfalls einen "red dot" in der Kategorie "Wohnen und Schlafen" gab. Der Barhocker aus geformtem Flachstahl ist auch für den Außenbereich geeignet und mit verschiedenen textilen Sitzergänzungen erhältlich. Die Hansens gehören zu den großen Gewinnern des diesjährigen Design-Wettbewerbs. Einen roten Punkt erhielten auch ein Tisch, ein Sideboard sowie ein Sekretär aus der "Remix"-Kollektion des Labels "The Hansen Family". Die Form des Remix #2 ist auf seine Funktionen reduziert und kann frei im Raum stehen. Er besteht aus einer ausziehbaren Arbeitsplatte, einer Ablage, die sich aufklappen lässt, und vier farbig gestalteten Fächern. Der Sekretär passt sowohl zu modernen, als auch zu eher traditionellen Einrichtungsstilen.

Unter den insgesamt zehn ausgezeichneten Sofas und Polstermöbel-Landschaften befindet sich auch das Sofa des niederländischen Designbüros Joine. Es ist ideal zum Schlafen, Wohlfühlen und Entspannen. Indem eine Seite des Sofas heruntergedrückt wird, verwandelt es sich in eine urgemütliche Chaiselongue. Die aufgerichtete, schräge Armlehne stützt den Rücken, während die Füße angenehm auf dem übrigen Teil der Sitzfläche ruhen. Funktional und zugleich optische Hingucker sind die beiden Schlafsofas Dormette (die Collection) und Kurt (Seefelder Möbelwerkstätten), beide bedacht mit einem roten Punkt.

Unter den Siegern befinden sich auch witzige Beistelltische. Zwei davon sind vom deutschen Hersteller Walter Knoll - Bellows und Vladi. Tisch "Vladi" spielt mit der Balance von Leichtigkeit und Spannung: Auf einem Netz aus filigranen Schnüren thront die Tischplatte, auf die der Zwirn feine Linien zeichnet. Ein dünner Stab im Innern sorgt für Stabilität. Massivholz und schwarzer Softlack setzen Akzente.

Ausgezeichnet wurden ferner Dekostoffe, Bettwäsche, Kindermöbel, Kissen sowie Teppiche und Teppichfliesen. Ebenso sind drei skandinavische Kaminöfen mit dem roten Punkt geschmückt worden. Damit hat sich wieder einmal gezeigt: Wenn es um Gemütlichkeit und puristisches, zeitloses Design geht, haben die Nordländer häufig die Nase vorn. Einen "red dot" erhielten der H35T-Ofen von Nibe (Schweden), der gusseiserne Kaminofen 7600 von Morsø (Dänemark) sowie der F470 von Jotul (Norwegen). Der F470 ist in einer attraktiven Tropfenform gestaltet und verfügt über eine große, gebogene Glastür. Der Ofen kann mit Obenabgang und Drehpodest um volle 360 Grad gedreht werden und ist somit in jede Ecke eines Raumes ausrichtbar. Eine schlanke Linienführung verleiht dem Ofen ein leichteres und eleganteres Aussehen im Vergleich zu traditionellen Gussöfen. Ein auffälliges ästhetisches Element des Kaminofens sind blaugraue Specksteinseiten, die der Wärmespeicherung dienen. Die gebogene Glasscheibe bietet aus jeder Perspektive einen guten Blick auf das Feuer. Weitere Bilder im Internet unter www.red-dot.de