Wassergärten

Plätschern für die Seele

Quellsteine, Kaskaden und Schwimmteiche sorgen für Abwechslung und lassen sich gut in den heimischen Garten integrieren

Hamburg. Besonders an heißen Sommertagen sorgt ein Wasserbecken im Garten für eine angenehme Abwechslung. Als Schwimmteich, kleiner Bach, Springbrunnen oder als Kaskade - die Bewegung und das Geräusch des Wassers faszinieren und beleben jeden Garten. Allerdings ist es dabei mit einem Loch im Erdreich, einer Folienauskleidung und der anschließenden Befüllung mit Wasser nicht getan. "Grundsätzlich sollte ein Wasserbecken mit dem Stil des Gartens harmonieren", sagt Christian Bahl, Gartendesigner und Mitglied der "Gärtner von Eden".

Ein einfacher und recht unkomplizierter Weg, das kühle Nass im Garten zu integrieren, ist der Quellstein. Dabei wird ein wasserdichtes Becken - rund, quadratisch oder in einer beliebigen Form - in der Erde eingegraben und die Wasserpumpe in der Mitte des Beckens aufgestellt. Im nächsten Schritt folgt die Befestigung eines Rosts auf dem Beckenrand. Darauf werden dann Steine angeordnet, in der Mitte möglichst der größere Quellstein, der je nach Tragfähigkeit des Rostes auch schon einen Durchmesser von 30 bis 60 Zentimeter haben kann. Auffällig daran ist die Bohrung durch den Stein, die dann das Steigerohr der Pumpe aufnimmt. Derartige Steine sind im Natursteinhandel zu finden. "Aber auch ein eigener Stein kann von einem Fachmann durchbohrt werden. Das ist eine sehr persönliche und oftmals auch günstigere Lösung", sagt Johannes Windt vom Ingenieurverbund für Garten- und Landschaftsplanung.

Eine frostfreie Lagerung der Pumpe ist besonders wichtig

Für kleine Becken, die nur einen Blickpunkt im Terrassenbereich bilden sollen, sind die Pumpen mit einem Preis von etwa 80 Euro recht preiswert. Während des Betriebs ist es ratsam, in einigen Abständen ein Mittel zur Entalgung des Wassers zuzugeben.Damit man aber lange Freude an ihnen hat, ist auch die richtige Lagerung der Pumpe im Winter wichtig. Einige Pumpen können im Becken überwintern, andere jedoch müssen frostfrei in einem Eimer mit Wasser gelagert werden, damit sie nicht rosten.

Aus architektonischer Sicht hat sich in den letzten Jahren das Wasserbecken als ein bewusstes Gestaltungselement des Gartens durchgesetzt. Fachleute sprechen auch vom "Reflecting Pool", in dem das Haus, der Himmel oder Teile des Gartens sich widerspiegeln. "Für diese Art des Beckens sind der Gestaltung keine Grenzen gesetzt", sagt Bahl. Als gestaltendes Gartenelement sollte ein solches Becken mit der Architektur des Hauses harmonieren und nicht als Fremdkörper im Garten wahrgenommen werden.

"Glänzend und hochwertig wirkt ein Becken aus Edelstahl, das randvoll mit Wasser befüllt ist", sagt Christian Bahl. Schön seien aber auch Stahlplatten, die im Laufe der Zeit Rost ansetzen und sich durch den typisch braunen Farbton gut in einen romantisch-natürlich gestalteten Garten einfügen. Als weitere Verkleidungen der Betonwanne eignen sich Klinkermauerwerk, Kalksandstein oder Naturstein.

"Besonders wichtig ist es , schon bei der Planung und Konstruktion des Beckens auf die Reinhaltung des Wassers zu achten", sagt Windt, "denn nur ein klares Wasser bietet einen optisch ansprechenden Eindruck." Grundsätzlich eigneten sich drei Methoden zur Reinigung, so Windt weiter. "Die preisgünstige Variante bei der Erstellung der Anlage ist der Verzicht auf ein aufwendiges Filtersystem, was jedoch einen deutlich erhöhten Pflegeaufwand in Form von Schrubben und regelmäßigem Wasseraustausch bedeutet." Die eleganteste und pflegeleichteste Methode sei die Kombination aus mechanischer Filtrierung und biologischer Reinigung, welche vor allem bei größeren Wasserbecken und Schwimmteichen zum Einsatz komme. Bei Letzteren wird durch eine Pumpe das Wasser ständig umgewälzt, und schwimmende Verschmutzungen wie Blattwerk oder tote Kleintiere werden von einem Filter aufgefangen. Das gefilterte Wasser wird dann dem Becken in einem Bereich wieder zugeführt, wo Ufer- oder Sumpfpflanzen wachsen. "Besonders geeignet zur Reinigung des Wassers sind Seerosen, Wasserhyazinthen, Blutweiderich, Sumpfdotterblume und Rohrkolben. Sie werden in eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Sandschicht gepflanzt, die sich auf 60 bis 80 Zentimeter dicken Packungen aus Kalksteinsplitt und Lavagestein befindet. In diesen Teichsubstraten siedelt sich ein erwünschter Bakterienrasen an, der einen Großteil der biologischen Reinigungsleistung im Schwimmteich vollbringt", sagt der Diplom-Ingenieur. Die Reinigung des Wassers muss nicht im gleichen Becken erfolgen. Ebenso kann dies auch in einem anderen Bereich des Gartens geschehen und durch ein Leitungssystem mit dem Hauptbecken ermöglicht werden.

Der Biopool als Alternative zur pflanzlichen Wasserreinigung

Als besonders effektiv hat sich Schilf erwiesen, da die Pflanze dem Wasser viele Nährstoffe zur Algenbildung entzieht. Schilf wurzelt jedoch recht aggressiv und kann durch sein Wurzelwerk dünne Teichfolien leicht durchdringen. "Eine Alternative zur Wasserreinigung durch Pflanzen ist der Biopool", sagt Christian Bahl. Dabei handele es sich um eine Methode, die zunehmend gefragt sei und durch den Wegfall des Pflanzbereiches auch platzsparender sei, sagt der Fachmann für Garten-, Landschafts- und Schwimmteichbau. Herzstück der Anlage ist ein Druckfilter, erhältlich in sechs Größen, der ständig von Wasser durchströmt wird. Dabei wird der Phosphor physikalisch gebunden und somit der wichtigste Nährstoff zur Algenbildung dem Wasser entzogen.

www.frischer-windt.de
www.bahl-gaerten.de

In fünfter Auflage liegt jetzt der Ratgeber "Teichbau und Teichtechnik" (10,20 Euro, Verlag Eugen Ulmer) vor. Er zeigt unter anderem, wie man Teiche durch Quellstein, Bachlauf oder Brücke gestalten kann.