Luxusbauten bringen Mieter in Bedrängnis

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Auch energetische Sanierungen führen zu einer Verteuerung von Wohnraum

Wird in Deutschland gebaut, entstehen immer mehr Luxuswohnungen. Auch ohne goldene Wasserhähne und Dachterrasse liegen die Quadratmetermieten bei weit mehr als zwölf Euro. Das gehe am Markt vorbei, kritisiert die Wohnungsbranche. "Es wird viel zu wenig für die Gruppe gebaut, die wenig Einkommen hat", sagt Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Die Folge: Fürs bezahlbare Wohnen müssen viele Mieter Lebensqualität aufgeben.

"Es gibt Leute, die verzichten auf ihre Hobbys, um dort wohnen zu können, wo sie gern möchten", sagt Sven Vogel vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Andere müssten bereits die Hälfte ihres Einkommens für Miete abzweigen. Einfach die Quadratmeterpreise zu deckeln - wie Mieter vorschlagen - hilft aus Sicht der Wohnungsunternehmen aber auch nicht. "Dann baut einfach keiner mehr neue Wohnungen." Und die werden dringend gebraucht.

"Reich baut für Reich", fasst Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund das Luxuswohn-Problem zusammen. Was fehle, sei sozialer Wohnungsbau und preiswertes Wohnen für junge Familien. Da müssten die Immobilienunternehmen bei den Renditeerwartungen auch mal Abstriche machen, meint Ropertz. "Der Markt alleine wird nicht dafür sorgen, dass wir mit preiswerten Wohnungen überschwemmt werden."

Gerade in Großstädten kommt ein weiteres Problem hinzu: Auf der Suche nach einem sicheren Hafen drängen Investoren aus Krisenstaaten auf den Markt und treiben häufig die Preise in die Höhe. Doch nicht nur beim Neubau scheint die Grenze des Machbaren bald erreicht. "Wir sanieren derzeit noch preiswerte Bestände systematisch vom Markt", sagt Gedaschko. Die Wohnungsunternehmen müssten - politisch gewollt - immer mehr Geld in energetische Gebäudesanierung stecken. Die Folge laut Vogel: steigende Mieten, "denn das Geld schenkt den Firmen ja keiner". Sozialleistungsempfänger und Mieter mit geringerem Einkommen würden dadurch zunehmend verdrängt.

( (tmn) )

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