Lautsprecher: Musik wird mit Licht unterlegt

Ein Fest für Augen und Ohren

So wie man sagt; das Auge isst mit, so hört es wohl auch mit. Immer mehr Hersteller von Soundsystemen legen deshalb großen Wert auf das Design ihrer Objekte. Der alte Leitsatz "form follows function" wird dabei teilweise neu und überraschend interpretiert. Hersteller Xounts etwa verbindet seine Lautsprecher mit Lichteffekten. Die Klangmöbel in Form eines Obelisken (ab 329 Euro) sind mit einem technischen Fließ bespannt, das mit aufwendigen Mustern bedruckt ist.

"Der Kunde kann aus einer umfangreichen Kollektion wählen", sagt Reinhard Wunderlich von der Xounts GmbH. "Es können auch Fließe nach Kundenwunsch, etwa für Firmen- oder Präsentationsräume, angefertigt werden. Die Bespannung wird dann von innen mit LEDs angestrahlt." Über eine Fernbedienung könne jeder beliebige Farbton oder auch eine sich wiederholende Farbsequenz eingestellt werden. Doch der Obelisk leuchtet nicht nur, er hört sich auch gut an. Ein integrierter Verstärker, zwei Exciter - sie ermöglichen, dass selbst starre Flächen zum Schwingen angeregt und als Lautsprecher verwendet werden können - und ein Subwoofer (Bassverstärker) sorgen nach Aussage des Herstellers für 360-Grad-Stereo-Sound. Der Subwoofer mit 30 Watt befindet sich im Fuß des Xounts und überträgt dabei so tiefe Töne, dass das menschliche Ohr die Position nicht mehr orten kann. So füllen die Bässe den Raum.

Auch das dänische Unternehmen Scandyna produziert seit den späten Neunzigerjahren Lautsprecher. Erstes Modell war der Minipod (359 Euro). Es folgten weitere Designvarianten, die alle die fließenden Formen des Vorgängers aufnahmen und in unterschiedlichen Größen zu bekommen sind. Neu ist der Minipod S (279 Euro). "Dieser Lautsprecher wurde so konzipiert, dass er problemlos in jedes Ikea-Regal passt", so Ralf Schmiedel, Vertriebschef von Scandyna in Deutschland. Die besondere Form ergibt sich aus Gründen des Designs und der Technik. Die Systeme sind zudem auch für Feuchträume geeignet.

Besonders ausgefallenen Formen hat sich auch der britische Hersteller Ferguson Hill verschrieben. Ungewöhnlich ist vor allem das hornförmige und transparente Design der Hochtöner. Wer große Räume mit Klang und ausgefallenem Design gleichermaßen füllen möchte, dem bietet das Unternehmen den "Large Horn Speaker" mit einer Höhe von 1,65 Metern. Der stolze Preis dafür liegt allerdings bei rund 11 500 Euro.

Zwei, drei oder gar fünf Lautsprecher in einem Raum? Wer da sofort ans Staubwischen denkt, sollte vielleicht auf die Idee des jungen Schweizer Unternehmens Geneva zurückkommen. Die Eidgenossen produzieren 180-Grad- Stereo-Raumklang mit nur einer Box in angenehm schlichtem Design. Und die Stereoanlage mit Radio, CD-Spieler und iPod-Dockingstation ist darin auch gleich enthalten. Die derzeit vier Modelle S, M, L und XL belegen, dass man den vielen Kistchen und Kästchen, Lautsprecherboxen rechts und links, unzähligen Netz-, Lautsprecher- und Verbindungskabeln sowie Steckdosen ein neues übersichtliches und schönes Format geben kann. Der Preis für das minimalistische Design einer Box auf nur einem Ständer reicht von 329 Euro für das Einsteigermodell Geneva S über 899 Euro für das mittelgroße Geneva M bis zu 1199 Euro für das Modell L.

Stellt sich zum Schluss die Frage: Was macht einen guten Lautsprecher neben seinem extravaganten Design aus? "Natürlich der Klang", sagt Thomas Haensel, Mitarbeiter im Hamburger Musikgeschäft Hi Fi Michel. Doch nicht jeder habe gelernt, dafür ein Gehör zu entwickeln. Eine Hörstudie habe beispielsweise gezeigt, dass Jugendliche, die viel Musik über MP3-Player hörten, gar nicht mehr zu schätzen wüssten, wenn die Musik unkomprimiert vermittelt werde. "Die haben sich schon an die hellen, stark komprimierten Klänge gewöhnt", sagt Haensel. Er rät deshalb, zunächst in einem Klangstudio eines Fachgeschäfts zu erfahren, worauf man achten sollte. "Klang zu genießen, setzt ein geschultes Ohr voraus", sagt der Hi-Fi-Experte.