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WhatsApp-Kettenbrief verunsichert Nutzer des Messengers

WhatsApp: Diese drei Tricks muss man kennen

WhatsApp: Wie schicke ich Einladungen, ohne zu nerven? Wie hilft mir das Status-Update im Urlaub? Technik-Redakteur Jan Mölleken erklärt, was man rund um den Messenger-Dienst wissen muss.

WhatsApp: Diese drei Tricks muss man kennen

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Beim Messenger WhatsApp sind immer wieder Kettenbriefe im Umlauf. Nun nimmt „Mimikama“ eine Nachricht zum Anlass, um davor zu warnen.

Berlin.  Auf WhatsApp kursiert erneut ein Kettenbrief, der Nutzer verunsichert. Darin heißt es, dass der Messenger alte Fotos ohne Erlaubnis von Nutzern speichere. Um sein erstes Profilfoto zu sehen, müsse man auf den in der Nachricht angehängten Link klicken. Bereits Anfang des Jahres habe die Nachricht die Runde gemacht.

Wie „Mimikama“ berichtet, gehe von dieser Sprachnachricht zwar keine Gefahr für die Daten der Nutzer aus. Vielmehr bekommen Nutzer nach einem Klick auf den Link ein Foto von einem Esel mit Sonnenbrille angezeigt. Trotzdem nimmt das Faktencheck-Portal die Nachricht zum Anlass, auf den Datenschutz aufmerksam zu machen.

Denn immer wieder enthalten Kettennachrichten Links, die Schaden auf dem Smartphone anrichten können. Oft steckt dahinter wie etwa beim Fall des Milka-Geschenkkorbs im April in eine Datenfalle.

Wie soll ich mit Kettennachrichten auf WhatsApp umgehen?

„Mimikama“ rät dazu, die Nachrichten einfach zu ignorieren und keinesfalls weiterzuleiten. Bei Gewinnspielen empfiehlt es sich darüber hinaus, die Rechtschreibung auf Fehler zu überprüfen. Es ist bekannt, dass sich Betrüger nicht allzu viel Mühe geben.

Nachricht vom 10. Oktober 2018:

Der Messenger Whatsapp weist eine schwerwiegende Sicherheitslücke auf, über die Angreifer mit einem einzigen Videoanruf das gesamte Smartphone kapern können. Die Schwachstelle sei nun von den IT-Experten, die sie entdeckt haben, veröffentlicht worden, berichtet das Fachportal „Heise Security“.

Konkret sei die Schwachstelle in der Speicherverwaltung des Video-Conferencings zu finden. Dadurch könnten Kriminelle Spionage-Software auf das Gerät bringen, warnt das Portal. Entdeckt wurde die Sicherheitslücke von Project Zero von Google.

Allerdings hätten diese die Entwickler vorher über die Schwachstelle informiert, so dass die Lücke in den aktuellsten Versionen für Android (2.18.302) und iOS (2.18.93) bereits geschlossen ist.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt auf Twitter vor der Sicherheitslücke.

Das sollten WhatsApp-Nutzer jetzt tun

Nutzer sollten ihre Whatsapp-Version unter „Einstellungen/Hilfe“ prüfen und gegebenenfalls aktualisieren, bevor die Lücke für bösartige Angriffe ausgenutzt wird. Ab dem 28. September installierte oder aktualiserte Versionen seien offenbar sicher.

Aber Vorsicht: Derzeit wird im Google Play Store teils noch die Whatsapp-Version 2.18.293 angeboten. Android-Nutzer sollten sicherheitshalber einfach keine Videoanrufe von Unbekannten annehmen, bis für sie die sichere Version 2.18.302 bereitsteht.

Android-Nutzer sind deshalb dazu angehalten, im Play Store immer wieder nach der aktuellen, verbesserten Version Ausschau zu halten.

Wie aktualisiere ich WhatsApp?

1. WhatsApp öffnen

2. „Optionen“ anklicken, dann findet sich das Feld „Einstellungen“

3. Auf „Über“ klicken

4. Den weiteren Anweisungen folgen

Falls das nicht funktioniert, kann man auch über den jeweiligen Appstore die Version aktualisieren.

  • Für Android: Im Playstore nach WhatsApp suchen und auf „Aktualisieren“ klicken
  • Für iPhone: Im AppStore WhatsApp aufsuchen und auf „Aktualisieren“ klicken
  • Für Windows Phone: Im Microsoft Store App nach der App suchen und auf „Aktualisieren“ tippen

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Nachricht vom 9. Oktober 2018:

Radikale Veränderung für WhatsApp-Nutzer rückt näher

Vor etwa fünf Jahren hat Facebook WhatsApp gekauft. 22 Milliarden ließ sich der Zuckerberg-Konzern den Deal kosten. Bei den Nutzern sorgte der Deal für kaum Begeisterung. Viele befürchteten, dass der Datenschutz darunter leidet. Konkret ging es um eine mögliche Datenweitergabe an Facebook und Werbung in dem fast kostenlosen Messenger.

Der Konzern dementierte – zunächst. Nachdem die Weitergabe der Nutzerdaten mit Facebook bereits 2016 angekündigt wurde, geht man jetzt noch einen Schritt weiter. Ab Anfang des nächsten Jahres wird das Unternehmen in der App mit hoher Wahrscheinlichkeit Werbung schalten.

Facebook bekennt sich zu Werbung bei WhatsApp

Dann nämlich endet offenbar eine Frist, die Facebook WhatsApp bei der Übernahme 2014 eingeräumt hatte. Was kaum einer wusste: Bei der Übernahme habe Facebook dem Messenger zugesagt, fünf Jahre keinen finanziellen Druck machen zu wollen. Das sagte Ex-Boss und Mitgründer Brian Acton Ende September dem „Forbes“-Magazin.

Die Einführung von Werbung scheint mit Fristende nun endgültig näher zu rücken. Auf einer Podiumsdiskussion sagte Facebooks Vizepräsidentin für globale Marketingstrategien, dass Werbung nicht im Widerspruch zu den Menschen stehe. Gerade in Schwellenländern hänge praktisch der gesamte Lebensunterhalt vom Erfolg eines kleinen Unternehmens ab.

Der Messenger könne diesen Firmen dabei helfen, sagte sie weiter. „Ich denke, es ist eine gute Entwicklung für unsere Gesellschaft und bei WhatsApp waren wir bisher sehr vorsichtig und langsam bei diesem Thema.“

Dass WhatsApp Werbung schalten wird, ist bereits seit August bekannt. In der „Status“-Funktion soll Werbung geschaltet werden – Privatnachrichten sollen vorerst frei von Werbung bleiben. Das Geschäft könnte profitabel sein, weil Facebook unterschiedliche Werbungen ausspielen kann und so schnell Millionnensummen zusammen kommen könnten.

Facebook wollte diesen Schritt offenbar bereits vor einigen Jahren gehen, wie Gründer Acton weiter zu „Forbes“ sagte.

Aus für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Doch der Konzern stieß bei ihm und seinem damaligen Partner Jan Koum auf Gegenwehr. Sie hätten befürchtet, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Messenger und der Datenschutz des Messengers aufgeweicht werden könnte.

Acton glaubt, dass es jetzt dazu kommen wird. Sobald WhatsApp in Chats geschriebene Stichwörter erfährt, könne der Dienst jedem Nutzer speziell auf ihm zugeschnittene Werbung ausspielen. Vom Konzern gibt es für diese Behauptung des Firmengründers keine Bestätigung.

Wie soll die Werbung auf WhatsApp funktionieren?

Wie das gut unterrichtete Blog „WhatsApp Beta Info“ berichtet, sei die Werbefunktion in Status-Meldungen für Entwickler bereits in der neuesten Android-Version zu sehen (Version 2.18.305). Nach einer Anzahl von angeschauten Status-Meldungen soll Werbung eingeblendet werden.

Für Mutterkonzern Facebook ist der Werbemarkt eines der größten Geschäftsfelder. 2017 hat der Konzern mit individuell zugeschnittener Werbung Milliardenerlöse erzielt.

Unternehmen sollen mit Nutzern auf WhatsApp kommunizieren

Werbung wird wohl nicht die einzige Veränderung sein, an die sich die Nutzer gewöhnen müssen. 2019 will es WhatsApp darüber hinaus möglich machen, dass Unternehmen mit Nutzern direkt über den Messenger kommunizieren können. Offenbar müssen sie aber vorher ihre Einverständnis darüber geben.

Laut dem „Wall Street Journal“ kostet eine von Unternehmen an einen Nutzer gesendete Nachricht bis zu 9 Cent. Mehr als 100 Firmen sollen das Tool bereits getestet haben, darunter seien auch prominente Firmen wie Uber oder Singapore Airlines.

Datenweitergabe bei Facebook ärgert Ex-Boss

Sauer zeigte sich Acton über Facebooks Vorgehensweise bei der Prüfung der WhatsApp-Übernahme durch die EU-Kommission. Er sei angewiesen worden, zu sagen, dass es sehr schwierig wäre, die Daten von WhatsApp und Facebook zu verschmelzen. Er selbst habe hinzugefügt, dass er und Koum keine Pläne dazu hätten.

Erst später habe er erfahren, dass anderswo bei Facebook durchaus daran gearbeitet worden sei - und eineinhalb Jahre später wurde eine entsprechende Verknüpfung der Nutzerdaten angekündigt. Es mache ihn immer noch wütend, allein sich daran zu erinnern, sagte Acton. Der WhatsApp-Gründer rief bereits zum Löschen von Facebook auf.

Kritik von Datenschützern

Auch in Deutschland war die Datenweitergabe auf großen Unmut gestoßen. Deutsche Verbraucherschützer verklagten WhatsApp sogar. Nach der Kritik setzte Facebook die Weitergabe der Daten aus. (bekö)

Was sind WhatsApp-Alternativen?

Briar: Der kostenlose Messenger (nur Android) bietet den Experten zufolge höchste Sicherheit, weil über das anonyme Tor-Netzwerk kommuniziert wird und bei der Nutzung auch keinerlei Metadaten anfallen. Die Sicherheitsvorkehrungen machen die Anwendung im Alltag aber eher unkomfortabel.

Kontalk: Unabhängigkeit hat sich dieser Gratis-Messenger (Android und Desktop) auf die Fahnen geschrieben, der von Freiwilligen aus aller Welt entwickelt und unterstützt wird, womit etwa ein Interesse an der Auswertung von Nutzerdaten entfällt.

Signal: Gilt als „Mutter aller Krypto-Messenger“. Den von der nichtkommerziellen Organisation Open Whisper Systems betriebenen, kostenlosen Messenger (Android, iOS und Desktop) gibt es schon ein Jahrzehnt - und er war der erste mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Signals Verschlüsselungsprotokoll nutzen auch andere Messenger wie Whatsapp.

Threema: Dieser Messenger (Android, iOS und Desktop) von Schweizer Entwicklern speichert keine Metadaten, ist bei Bedarf auch anonym nutzbar und genießt einen tadellosen Ruf - auch wenn der Quellcode nicht offenliegt. Die App kostet rund drei Euro.

Wire: Hauptsitz des entwickelnden Unternehmens ist ebenfalls in der Schweiz, programmiert wird den Angaben nach in Berlin. Den Experten gefallen unter anderem die vielen Extras sowie die Benutzeroberfläche des Gratis-Messengers (Android, iOS, Desktop und Browser).

Wem gehört WhatsApp?

Bis zum Verkauf an Facebook gehörte der Messenger den beiden Gründern Koum und Acton. 2014 verkauften die beiden ihr Unternehmen für 22 Milliarden Euro an Facebook, was viel Kritik auslöste. Dennoch gehört der Messenger mit mehr als einer Milliarde Nutzern zu den beliebtesten Chatdiensten.

Was gehört alles zu Facebook?

Gab es vor zehn Jahren noch zahlreiche unterschiedliche soziale Netzwerke, sieht der Markt heute viel einfältiger aus. Das liegt an der Strategie von Facebook, seine Konkurrenten zu schlucken. Zum Facebook-Imperium gehören mittlerweile folgende Unternehmen:

• WhatsApp

Instagram

• Oculus VR (Entwickler von VR-Brillen)

• Fitness-App Moves

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