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#Twitterstreik gegen die Änderung der Timeline

Im Kurznachrichtendienst Twitter stehen offenbar Veränderungen der Timeline an. Das schmeckt nicht allen Nutzern. Unter dem Hashtag #Twitterstreik haben einige angekündigt, gegen die Planungen zu streiken.

Hamburg. Am Nachmittag wollen die Piloten der Lufthansa streiken. Aber dies wird nicht der einzige Streik am heutigen Freitag sein. Seit 10 Uhr streiken auch einige Nutzer auf Twitter. Unter dem Hashtag #Twitterstreik haben bereits zahlreiche Nutzer angekündigt zwischen 10 und 12 Uhr weder eigene Tweets zu schreiben, noch andere Tweets zu favorisieren oder zu retweeten, also zu teilen.

Grund für den Aufstand der Twitter-Gemeinde ist der Plan des Kurznachrichtendienstes, die Timeline nicht mehr vom Nutzer steuern zu lassen. Twitter hat auf seiner Hilfe-Seite die Änderungen veröffentlich, die nun die Nutzer auf die Straße, Pardon, aus dem Netzwerk treibt. Twitter selbst hat die Änderungen allerdings noch nicht offiziell bestätigt. Der Branchendienst TechCrunch hat aber in einer Analyse offenbar entdeckt, dass Twitter mit einem Algorithmus experimentiert.

Demnach will Twitter künftig die Timeline nicht mehr chronologisch anzeigen lassen. Diese ursprünglich als selbst gestaltete Sammel-Liste von Freunden und anderen interessanten Zeitgenossen, soll nun auch durch diesen Algorithmus kontrolliert werden. So schreibt Twitter:

"Außerdem fügen wir möglicherweise auch einen Tweet, einen Account, dem Du folgen solltest oder sonstige beliebte bzw. relevante Inhalte zu Deiner Timeline hinzu. Das bedeutet, dass Dir manchmal Tweets von Accounts angezeigt werden, denen Du nicht folgst. Wir wählen jeden Tweet anhand vieler Faktoren einschließlich der Beliebtheit und der Interaktion von Personen in Deinem Netzwerk damit aus. Unser Ziel besteht darin, Deine Timeline auf der Startseite noch bedeutungsvoller und interessant zu gestalten."

Diese Änderung haben bereits schon andere Netzwerke eingeführt. So ist dieses Verfahren auf Facebook bereits gang und gäbe. Dies hat vermutlich werbetechnische Gründe. Bei Facebook sind Status-Updates aus dem persönlichen Netzwerk kaum mehr sichtbar, weil bezahlte Beiträge und hohe Interaktionsraten vorangestellt werden. Twitter könnte mit der Änderung aber auch Neueinsteigern den Beginn erleichtern. So soll eine Übersichtsseite mit beliebten Tweets dafür sorgen, dass Anfänger sich in dem Hashtag-Dschungel zurecht finden.

Doch die Aktion der Nutzer stößt nicht nur auf Gegenliebe. Andere Nutzer kritisieren beispielsweise, dass diese Aktion Twitter nicht interessieren dürfte. Auch die Kritik, dass es auf dieser Welt andere, viel wichtigere Dinge gebe, wird von den Nutzern angemerkt. Es bleibt abzuwarten, was das Netzwerk ändern wird. Unterdessen haben einige Nutzer sogar schon angekündigt, ihr „geliebtes“ Twitter zu verlassen und auf den Branchenneuling „Ello“ zu setzen.