Interview mit Dr. Udo Heuer

„Komplikationen bei Laser-Operationen sind selten"

| Lesedauer: 3 Minuten
Leon Scherfig

Foto: HA / A.Laible

Der 62-Jährige niedergelassene Facharzt für Augenheilkundespricht über die Erfolgsaussichten einer Laser-Therapie und welche Risiken eine Glaukom-Operation bereit hält.

Wie kann ein grüner Star durch Laser-Behandlung behoben werden?

Das Hauptproblem beim Grünen Star, dem Glaukom, ist, dass der Augeninnendruck steigt. Im Laufe des Lebens verengt sich häufig der sogenannte Schlemmsche Kanal, über den normalerweise das Augenkammerwasser abfließt. Mit dem Laser kann der Kanal wieder geweitet werden, was zu einem ausgeglichenen Druck im Auge und somit zu einer Behebung des Grünen Stars führen kann. Am häufigsten wird dazu der sogenannte Argon-Laser benutzt. Früher schoss man kleine Löcher in die gesamte Augenwand, die sich aber im Laufe von ein bis zwei Jahren wieder schlossen, womit der positive Effekt nachließ. Heute wird der Argon-Laser gezielter eingesetzt, so dass eine punktförmige thermische Öffnung des Kanals vorgenommen werden kann. Die Behandlung ist aber nur begrenzt wiederholbar. Eine neuere Behandlungsmethode mit dem Laser – die öfter wiederholt werden kann – ist die sogenannte Selektive Laser Trabekuloplastik (SLT). Bei ihr werden pigmentierte Zellen im Auge selektiv zerstört. Da der Laser nicht thermisch ist, werden keine Hitzeschäden verursacht und die Operation ist häufiger möglich.

Wie gut sind die Erfolgsaussichten, zu welchen Komplikationen kann es kommen?

Vor allem bei der SLT-Technik hält der positive Effekt sehr lange an, das zeigen aktuelle amerikanische Studien. Bei beiden Methoden kann man von sehr sicheren Operationen sprechen. Komplikationen sind selten: Denkbar ist nur, dass der Laser das schmale Band des Schlemmschen Kanals nicht trifft. Schlimmstenfalls kommt es dann zu Blutungen, die aber nicht bedrohlich sind. Es gibt aber auch Fälle, in denen der Augendruck nicht genügend gesenkt wird. Dann ist eine zusätzliche chirurgische Operation notwendig.

Kann eine Laser-Behandlung andere Eingriffe verhindern?

Ja. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang gut an eine Patientin, die unter einem sogenannten Niederdruckglaukom litt. Zwar lagen ihre Augendruckwerte bei ca 16 mmHg, ein zahlenmäßig durchaus normaler Augendruck. Dennoch wurde das Gesichtsfeld der älteren Patientin immer schlechter. Im Übrigen: Bei der Gesichtsfelduntersuchung wird die seitliche Wahrnehmung geprüft, die beim Glaukom zuerst geschädigt wird. Diese Schädigung nahm bei der Frau also zu, weil der sehr niedrige Blutdruck den Sehnerven nur unzureichend versorgte. Vor etwa zehn Jahren wurde eine Laserbehandlung des Trabekelwerkes mit dem Argonlaser durchgeführt. Bis heute liegt der Augendruck um die 13 und das Gesichtsfeld blieb stabil. Natürlich mussten in diesem Fall die Augentropfen weiter genommen werden, aber eine Operation mit Legung eines künstlichen Abflusses konnte vermieden werden

Was sollte nach der Operation beachtet werden, kann man vorbeugen?

In wenigen Fällen sind nach der Laser-Therapie noch drucksenkende Tropfen nötig, die der Patient regelmäßig nehmen muss. Was die Vorbeugung betrifft, sollte man die Augen regelmäßig vom Arzt kontrollieren und den Druck messen lassen. Da die Krankheit schleichend ist und Menschen einen erhöhten Augendruck nicht spüren, ist das die einzige Möglichkeit. Auch sollte gegebenenfalls auf das Rauchen verzichtet werden, denn Nikotin führt zur Verengung der Blutgefäße und fördert die Erkrankung damit.

Praxis Dr. Udo Heuer, Berner Heerweg 173-175, Tel: 040-6455850

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