Brüssel. Bereits vor der Corona-Pandemie hatten viele Menschen in der EU psychische Probleme. Seither hat sich die Lage deutlich verschärft. Die EU-Kommussion will nun Betroffene mehr unterstützen.

Mit mehr als einer Milliarde Euro will die EU-Kommission Menschen mit psychischen Problemen helfen und so etwa Selbstmorde verhindern. Die Brüsseler Behörde stellte nun 20 verschiedene Initiativen vor, die mit künftig insgesamt 1,23 Milliarden Euro aus EU-Mitteln gefördert werden.

Ziel ist es, die mentale Gesundheit von Menschen stärker in den Vordergrund zu rücken, wie EU-Kommissarin Stella Kyriakides sagte.

Unterstützung für gefährdete Menschen

Vorgesehen ist laut Mitteilung etwa eine europäische Initiative zur Depressions- und Selbstmordprävention. Die Kommission will auch mehr gegen Stress und andere Probleme am Arbeitsplatz unternehmen sowie 2024 dabei helfen, ein Netzwerk für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aufzubauen, erklärte Kyriakides weiter.

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Maßnahmen als wichtigen Schritt zur Unterstützung der am meisten gefährdeten Menschen. Dazu zählten etwa Menschen, die aus der Ukraine fliehen würden.

Lage in der EU hat sich verschärft

Bereits vor der Corona-Pandemie hatten laut Angaben der Kommission rund 84 Millionen Menschen in der EU psychische Probleme. Die Lage habe sich seitdem weiter verschärft. Von der Leyen hatte in ihrer Rede zur Lage der Union im vergangenen Jahr eine EU-Strategie für psychische Unterstützung angekündigt.

Vielen falle es noch immer schwer, über Probleme wie Depressionen, Angstzustände oder Essstörungen zu sprechen und sich Hilfe zu suchen, sagte Kyriakides. „Es fällt uns leicht, über unsere körperlichen Probleme zu sprechen, aber wir verschweigen den psychischen Schmerz, den wir oft empfinden. Als ob das ein Zeichen für persönliches Versagen wäre.“ Pro Jahr kostet es laut Schätzungen der Kommission 600 Milliarden Euro, wenn die psychische Gesundheit in der EU nicht verbessert wird.

Service:

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Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.