Gesundheit

Hamburger nehmen weniger Antibiotika ein

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Laut einer Studie nehmen die Hamburger immer weniger Antibiotika

Laut einer Studie nehmen die Hamburger immer weniger Antibiotika

Foto: Matthias Hiekel / dpa

Die wenigsten Antibiotika werden in Sachsen verschrieben. Wissenschaftler warnen vor zu hohem Verbrauch der Medikamente.

Hamburg/Berlin.  In Hamburg ist die Zahl der Antibiotikaverordnungen 2014 gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent gesunken. Statistisch gesehen verschrieben die Ärzte jedem Beschäftigten im Land fünf Tagesdosen Antibiotika, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) am Dienstag in Hamburg mit. Damit ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um rund sechs Prozent gesunken und entspricht jetzt dem Bundesdurchschnitt.

Ebenfalls um sechs Prozent ist die Zahl der Antibiotikaverordnungen in Schleswig-Holstein gesunken. Statistisch gesehen verschrieben die Ärzte hier jedem Beschäftigten 4,9 Tagesdosen Antibiotika. Bundesweit vorne bei den Verordnungen liegen laut der TK-Erhebung Nordrhein-Westfalen und das Saarland. Im Durchschnitt nahmen die TK-Versicherten in beiden Bundesländern im vergangenen Jahr an 5,8 Tagen Antibiotika. Am wenigsten waren es in Sachsen mit 3,7 Tagesdosen.

Der Report soll offiziell am 1. Juli in Berlin vorgestellt werden. Bundesweit hat laut der Erhebung jede der 4,4 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen 2014 an fünf Tagen Antibiotika bekommen.

Antibiotika sollten nur dann eingesetzt werden, wenn sie wirklich nötig seien, sagte Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. Eine zu häufige Einnahme von Antibiotika gegen oft harmlose Krankheiten führe bei Bakterien immer öfter zu gefährlichen Resistenzen. „Die rückläufige Entwicklung in Hamburg und Schleswig-Holstein ist zwar erfreulich, dennoch werden Antibiotika in vielen Fällen immer noch zu schnell verordnet“, so Puttfarcken.

„Bevölkerung, Politik, Gesundheitswirtschaft und Ernährungsindustrie müssen jetzt erkennen, dass es eine konzertierte Aktion ,Stoppt die Antibiotika-Schwemme!’ braucht. Nur so lässt sich der ,Antibiotika-Gau’ verhindern“, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Ganz besonders schwerstkranke und pflegebedürftige Menschen seien gefährdet. Doch derzeit arbeiteten Politik, Wirtschaft und Experten an verschiedenen Schauplätzen. „Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung alle Akteure an den Tisch holt. Deutschland muss im Sinne des Patientenschutzes eine Vorreiterrolle übernehmen“, so Brysch.

( epd, dpa, HA )

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