Medikamente gegen Schwarzen Hautkrebs in Sicht

Erste Ergebnisse von klinischen Studien stimmen hoffnungsvoll.

Essen. PLX.4032 - hinter dem sperrigen Kürzel verbirgt sich eine neue Hoffnung für viele Patienten, die am Schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom) leiden. Auf dem Markt ist das Medikament noch nicht. Aber klinische Studien zeigen: Wer die Tabletten schluckt, dessen Schmerzen werden erträglicher, Tumoren schrumpfen, gehen manchmal sogar ganz zurück.

Möglicherweise lässt das Mittel den Schwarzen Hautkrebs, unter dem in Deutschland knapp 40 000 Menschen leiden, zu einer beherrschbaren Krankheit werden. "PLX.4032 ist ein Signalblocker", sagt Dirk Schadendorf, Direktor der Klinik für Dermatologie an der Uniklinik Essen. Es greift so in den Stoffwechsel der Krebszellen ein, dass sie ihr ungehemmtes Wachstum einstellen. Die kalifornische Firma Plexxikon hat das sogenannte kleine Molekül "erfunden", vor vier Jahren ist Roche in die Weiterentwicklung mit eingestiegen. PLX.4032 ist ein Kandidat für ein neues Melanommedikament, wie auch Elesclomol von GlaxoSmithKline und Synta Pharmaceuticals.

Allerdings wirken die kleinen Moleküle nicht bei allen Patienten, sondern nur bei denen, in deren Tumorzellen eine bestimmte Genveränderung, die B-RAF-Mutation, vorliegt. 50 bis 60 Prozent aller Melanom-Patienten haben diese Mutation. Zudem wirken die Moleküle sehr spezifisch. Das ist einerseits ein Segen, kann aber andererseits zum Fluch werden, wenn die Krebszellen auf ihrem Weg durch den Körper mutieren. Sie werden dann von dem Wirkstoff nicht mehr erreicht. Das kann dazu führen, dass bei B-RAF-positiven Patienten der Haupttumor auf den Wirkstoff anspricht, die Metastasen aber weiterwachsen.

Weltweit wurden erst rund 200 Patienten in klinischen Studien behandelt. Bei der Hälfte gingen die Tumoren teilweise zurück; bei weiteren 30 Prozent haben sich die bestehenden Tumoren immerhin nicht vergrößert, und es traten auch keine neuen auf.