Lebensmittelallergie

Berliner Forscher entwickeln Therapie gegen Erdnussallergie

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Berlin. Eine harte Nuss ist geknackt: Für einen der Hauptauslöser bei Lebensmittelallergien, die Erdnuss, haben Wissenschaftler der Charité-Universitätsmedizin Berlin eine Möglichkeit gefunden, betroffene Kinder unter strenger medizinischer Aufsicht zu desensibilisieren. Allein in den USA, schätzt man, dass 1,5 Millionen Menschen an Erdnussallergien leiden und 50 bis 100 Menschen pro Jahr an diesen Allergien sterben.

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Journal of Allergy and Clinical Immunology" berichtet die Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Kirsten Beyer von der Klinik für Pädiatrie über die Ergebnisse ihrer Pilotstudie zur Oralen Immuntherapie bei Kindern mit Erdnussallergie. Die Projektgruppe um Dr. Beyer und Dr. Katharina Blümchen behandelte insgesamt 23 Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren. Sie erhielten über einen mehrmonatigen Zeitraum kleinste Mengen Erdnuss vermischt mit anderer Nahrung. Die erste Gabe erfolgte in Höhe von zehn Milligramm; wurde die Dosis vertragen, wurde sie langsam und unter Aufsicht bis auf insgesamt 500 Milligramm gesteigert. Das entspricht etwa einer ganzen Erdnuss.

Nach sieben Monaten erreichten 60 Prozent, also 14 der 23 Kinder, eine Toleranz gegenüber der angestrebten Dosis Erdnuss. Diese nehmen sie nun täglich zu sich. "Wenn Allergiker eine kleine Menge Erdnüsse tolerieren können, sind sie wesentlich besser vor einem allergischen Schock bei versehentlichem Genuss geschützt", betont Dr. Blümchen.

Erdnussallergiker haben es aufgrund der Verbreitung von Erdnussspuren in Speisen besonders schwer. Die Nahrungsmittel sind oft ungenügend deklariert. Allergiker können so Spuren ungewollt aufnehmen.