Minarette als Kunstobjekte

Mit dem neuen Anstrich der Minarette sorgte die Centrum Moschee 2009 sogar in der Türkei für Gesprächsstoff. „Fußballmuster“, sagten die einen, „Bienenwaben als Symbol der Fleißigen“, sieht Imam Ramazan Ucar in den sechseckigen Ornamenten. Der Künstler Boran Burchardt hatte die Minarette als Kunst im öffentlichen Raum gestaltet. So einmalig wie diese Idee sind auch die Anfänge der Moschee nahe dem Steindamm. Sie entstand aus dem ehemaligen Hammonia-Bad. 1977 bauten es Gastarbeiter nach Feierabend eigenhändig um. Schon seit 1969 bestand ein Verein zur Gründung einer Moschee. Nach dem Umbau gab es Vorbehalte im Stadtteil. Kontakte zur Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde halfen, Vorurteile abzubauen. „Es entstand so viel Vertrauen, dass die Pastoren Vorgebete in der Moschee hielten und der Imam den Glauben der Muslime in ihrer Kirche erklären durfte“, sagt Ahmet Yazici von der Centrum Moschee. Die Vertrautheit hielt auch nach den Terroranschlägen des 11. September an. „Unser Miteinander wurde für viele zu einem Symbol des Friedens zwischen den Religionen und Kulturen in unserer Stadt“, sagt Pastor Kay Kraack von der Gemeinde St.Georg-Borgfelde. Die Moschee sieht Informationen über sich als „unsere Bringschuld. Wir sind eine islamische Hamburger Gemeinde und wollen möglichst jeden Hamburger einmal hier zu Gast haben“, sagt Yazici.

Centrum Moschee, Böckmannstr. 40