Rätsel der MS und Hepatitis

Heisenberg-Professoren bringen frischen Wind in die Forschung

Fünf Jahre fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die jungen Wissenschaftler, deren Exzellenz sie zuvor gründlich überprüft hat. Dann stellt die Hochschule sie ein. Hamburg hat fünf Heisenbergs. Noch immer gibt die Multiple Sklerose (MS), an der an Deutschland mindestens 130.000 Menschen leiden, den Forschern viele Rätsel auf. Ihnen geht der Neurowissenschaftler Stefan Gold (Foto 1) am Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) nach. Er untersucht, wie Hormone das Immunsystem steuern und wie eine gestörte Kommunikation zur Entstehung kognitiver und psychiatrischer Störungen führen kann.

Hepatitis-Viren analysiert Maura Dandri-Petersen (Foto 2) am UKE. Weltweit sind fast 600 Millionen Menschen chronisch infiziert. Große Fortschritte gelangen bei der Hepatitis-C-Therapie, gegen Hepatitis-B- und -D-Viren hilft nur wenig. Die Biologin und ihr Team haben ein Infektionsmodell entwickelt und können an ihm erstmals studieren, wie sich die Viren im Körper festsetzen und auf welchen Wegen sie eliminiert werden können.

Sehr viel abstrakter ist die Arbeit von Mathias Schacht (Foto 3). Der Mathematiker an der Uni Hamburg erforscht Graphentheorie. Sie stellt Werkzeuge zur Verfügung, um große und komplexe Netzwerke zu untersuchen. Diese eignen sich, um Straßennetze zu modellieren. Mathias Schacht interessieren aber vor allem abstrakte Fragen der Graphentheorie.

Die statistische Analyse komplexer Netzwerke begeistert Ulrike von Luxburg (Foto 4). Um Netzwerk-Verhalten zu verstehen, vorherzusagen oder zu verändern, muss man seine Struktur analysieren: Woraus besteht es? Wie ist es verknüpft? Wie anfällig ist es für Störungen? Diese Fragen löst die Informatikerin an der Uni Hamburg, indem sie Verfahren aus der Informatik mit Methoden aus der Statistik kombiniert.

Das Herz ist Mittelpunkt der Arbeit von Sonja Schrepfer (Foto 5). Die Medizinerin forscht am Universitären Herzzentrum (UKE), wie die Abstoßung von transplantierten Organen verhindert werden kann und wie geschädigte Herzzellen mit Stammzellen geheilt werden können. Ihre Erkenntnisse verbessern bereits die Behandlung von Patienten.

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