Knifflige Sache: Reisen und die Umwelt schonen

Was ist umweltfreundlicher: der Apfel, der mit dem Schiff aus Chile kommt, oder der regional geerntete? Die Antwort scheint klar. Doch tatsächlich hängt es davon ab, wann der Apfel verzehrt wird – lagert der Regionalapfel nach der Ernte mehrere Monate bei null Grad im Kühlhaus, gewinnt womöglich das per Schiff transportierte chilenische Pendant. Und im Zweifel ist der entscheidende Faktor, wie der Käufer zum Markt kommt, auf dem er den Apfel kauft: zu Fuß oder mit dem Rad (gut) oder mit dem Auto (nicht so gut). Die Sache mit dem CO2-Fußabdruck ist also recht komplex, zumal wenn nicht nur der reine Benzin- oder Stromverbrauch, sondern der gesamte Energieaufwand eingerechnet wird. Beim Reisen bedeutet das etwa, dass man auch die Reparaturen des Autos berücksichtigen muss – und den Energie-Aufwand, der für die Infrastruktur (zum Beispiel Bahnhöfe) betrieben wird.

Ob Urlauber mit der Bahn, dem Auto oder dem Flugzeug unterwegs sind – der Großteil der Emissionen entsteht bei der Anreise. In Sachen Schadstoffemissionen je Personenkilometer trägt das Flugzeug die rote Laterne, es folgen Auto und Bahn. Aber der Abstand ist dank moderner Technik und hoher Auslastung der eng bestuhlten Flieger nicht mehr so hoch wie früher. Auf dem Spitzenplatz landet der gute alte Reisebus.

Nicht nur dessen Trumpf ist die hohe Auslastung. Auch ein Pkw, der mit einer vierköpfigen Familie besetzt ist, kann besser abschneiden als ein leerer Zug. Aber die Deutsche Bahn hat ein starkes Argument: Rund fünf Millionen BahnCard- und Streckenzeitkartenkunden fahren ohne Aufpreis in allen Fernverkehrszügen in Deutschland mit 100 Prozent Ökostrom – und gegen einen Euro Extra können das auch alle anderen Fahrgäste tun.