Eigenwerbung, die anderen nützt

Eine Initiative der Wirtschaft dokumentiert, wie Unternehmen mit Einzelprojekten ihre Klimabilanz verbessern

Ziel von „Wirtschaft pro Klima“ ist es, das Klimaschutz-Engagement deutscher Unternehmen aufzuzeigen und zu fördern. In einer Datenbank sind die Maßnahmen der beteiligten Unternehmen und die dadurch vermiedenen CO2-Emissionen abgebildet. Unternehmen bekommen so die Möglichkeit, ihre Klimaschutz-Aktivitäten bekannt zu machen. Zugleich ist die Datenbank Inspirationsquelle für andere Unternehmen, klimaschonender zu wirtschaften.

Mehr als 50 Unternehmen haben das Commitment von „Wirtschaft pro Klima“ unterzeichnet und Maßnahmen in der Datenbank dokumentiert – darunter Berliner Stadtreinigung, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Deutsche Telekom, Galeria Kaufhof, Hipp Werk Georg Hipp, HypoVereinsbank, memo AG, Otto Group, Rewe Group, Robert Bosch GmbH, Tengelmann, Vaude Sport und Viessmann Werke.

Bedingung für die Teilnahme ist, dass mindestens eine Maßnahme durchgeführt wurde, die den CO2-Ausstoß des Unternehmens spezifisch um mindestens 20 Prozent gesenkt hat. Die Unternehmen haben sich ferner verpflichtet, innerhalb der nächsten zwölf Monate mindestens eine weitere Maßnahme zur CO2-Reduktion umzusetzen und in allen Unternehmensbereichen insgesamt eine Reduzierung der CO2-Emissionen anzustreben.

Die Brandbreite der rund 200 Praxisbeispiele in der Datenbank unter www.wirtschaft-pro-klima.de ist beträchtlich. Schwerpunkte sind der Einsatz erneuerbarer Energien, die energetische Optimierung von Betriebsgebäuden sowie Maßnahmen zu klimafreundlicherer Mobilität. Einige Beispiele aus Hamburg und dem Umland:

Beleuchtung: Der Ersatz der Halogenleuchten im Bühnenraum der Laeiszhalle gegen hochwertige LED-Architektur-Leuchten spart Energiekosten von rund 5000 Euro pro Jahr.

Abwärmenutzung: Die Hamburger Stadtreinigung nutzt die Abwärme ihres Rechenzentrums für warmes Duschwasser der rund 500 Mitarbeiter. Die jährliche CO2-Reduktion beträgt dadurch 81 Tonnen.

Energie: Das Caféhaus in Rahlstedt produziert über ein Blockheizkraftwerk einen Teil seines Stroms selbst – und vermeidet so 30 Prozent der CO2-Emissionen, das sind 13 Tonnen pro Jahr.

Heizung: Im Wildpark Eekholt in Großenaspe wurde eine solare Brauchwasserbereitung installiert. Folge: In der Hauptsaison (April bis September) kann der Großteil des Warmwasserbedarfes auf dem Projektgruppengelände durch regenerative Energieträger erzeugt werden. Die bei Bedarf zuschaltbare elektrische Warmwasserbereitung wird durch eine Fotovoltaikanlage unterstützt.

Mobilität: Der Kurierdienst City Express setzt Elektroroller und Elektroautos ein und hat sukzessive den CO2-Ausstoß seiner Flotte gesenkt. Mittlerweile wird für Fernfahrten ein Tesla Modell S eingesetzt.

Klimatisierung: Die Modernisierung der Lüftungsanlage inklusive Wärmerückgewinnung in der Hamburger Laeiszhalle spart 66 Tonnen CO2 ein.