Alltag im Industriezeitalter

Erfunden wurde sie in England, doch bereits in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts gab es auch in Deutschland die ersten funktionsfähigen Dampfmaschinen. Zunächst nutzte man sie für die Wasserversorgung in Bergwerken, doch nach und nach ersetzten sie Wind- und Wasserräder, wurden in der Landwirtschaft eingesetzt und sorgten mit der Einführung der Eisenbahn für ein bis dahin ungeahntes Maß an Mobilität. So wurde die Dampfmaschine zum Motor der Industrialisierung, die die Gesellschaft im 19. Jahrhundert innerhalb weniger Jahrzehnte grundlegend zu verändern begann.

Am Anfang trieb eine einzige Dampfmaschine eine ganze Reihe von Geräten an, die über Transmissionsriemen mit einer Welle verbunden waren. Dieses Prinzip macht das funktionstüchtige Modell deutlich, das in diesem Jahr als Schenkung in das Museum der Arbeit kam. Technische Lehrspielzeuge dieser Art wurden vor allem in der Zeit von 1920 bis 1930 hergestellt. Als Geschenk sollte es die Technikbegeisterung und das technische Verständnis vor allem der männlichen Jugend fördern. Allerdings handelte es sich schon aufgrund seines hohen Preises um einen Luxusgegenstand und fand daher meist nur den Weg in die Kinderzimmer des gehobenen Bürgertums. „Die Spielfreude war eventuell durch strenge väterliche Beaufsichtigung eingeschränkt“, heißt es in der Objektbeschreibung des Museums der Arbeit. Gezeigt wird das Modell dort seit einigen Monaten in der Abteilung „Dinge und Dokumente – Alltag im Industriezeitalter“.

Alltag im Industriezeitalter, Museum der Arbeit Hamburg www.museum-der-arbeit.de