Inside Out. Einblicke in Mode

Wenn es in der Mode um Avantgarde geht, endet meist die Tragbarkeit. Auch der "Snake-Dress" von Iris van Herpen ist kein alltagstaugliches Kleidungsstück. Mit seinen dicht den Körper umspielenden Schlangenformen ist er eher ein Stück Konzeptkunst, eine Mode-Skulptur. Die Neuerwerbung der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen ziert nun die Modeabteilung des Museums für Kunst und Gewerbe und ist ab Juni in einer Ausstellung zu sehen.

Das Modell, von dem es nur drei gibt, stammt aus der Haute Couture Collection "Capriole" aus dem Sommer 2011. Streifen aus Acrylfolie sind schuppenartig translozierend wie ein Harnisch auf das Kleid gesetzt. Die Tuben, Röhren oder Tentakeln bewegen sich flexibel und laufen spitz zu. Ökologischen Futurismus nennt die junge Modeschöpferin ihr Kunstwerk, das für sie ein Gefühl kurz vor dem Fallschirmsprung transportiert.

Furchtlose Popstars wie Björk oder Lady Gaga schätzen die Entwürfe der holländischen Designerin. Die weichen Plastikelemente und Glasimitationen erinnern häufig an Quarz-Kristalle. Am Körper wirken sie erstaunlich harmonisch. Iris van Herpen, Jg. 1984, lernte bei Alexander McQueen und entwickelte seine zweidimensionalen Entwürfe ins Dreidimensionale weiter. Mit dem "Snake-Dress" hat das Museum einen echten Trumpf in der Sammlung.

7.6. - 13.1 0., Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, www.mkg-hamburg.de