Archäologisches Museum

Historie zum Staunen im Kleinformat

Das Miniatur Wunderland zu Gast im Archäologischen Museum mit "Die Geschichte der Zivilisation"

Das Ärchäologische Museum Hamburg zeigt die Geschichte Deutschlands in acht farbenprächtigen und facettenreichen Dioramen. Alles beginnt in der Zeit um 5500 v. Chr. und endet im Jahr 1942 n. Chr. Zu sehen ist immer derselbe Schauplatz: eine idealtypische Landschaft irgendwo in Mitteleuropa. Doch was geschieht mit diesem Ort im Verlauf von siebeneinhalb Jahrtausenden? Welchen Einfluss haben Kultur und Geschichte auf die Landschaft?

Diesen Fragen stellt sich eine Sonderausstellung mit dem Titel "Die Geschichte der Zivilisation". Sie ergänzt die "Lego Zeitreise" und gewährt zudem unerwartete Einblicke in die europäische Kulturgeschichte. Die Ausstellung kam zustande durch eine erfolgreiche Kooperation zwischen dem Archäologischen Museum Hamburg und dem Miniatur Wunderland Hamburg. In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung haben Modellbauer in rund 7000 Arbeitsstunden die Geschichte Deutschlands nachgestellt.

Herausgekommen ist eine Präsentation, die höchst lebendig und detailversessen die Entwicklung vom Steinzeitjäger über den Kreuzritter und die Rokokodame bis hin zum Soldaten im Zweiten Weltkrieg nachvollziehbar macht. "Wir zeigen keine Fantasiewelten, sondern Szenarien, die tatsächlich historische Zusammenhänge vermitteln", erläutert Sammlungsleiter Dr. Michael Merkel.

Zu jeder Vitrine gehört eine Multimedia-Station, in der die Details der jeweiligen Epoche in Großaufnahme festgehalten sind. Dem Besucher erschließt sich ein Diorama erst dann, wenn er es von allen vier Seiten betrachtet. Denn jede Seite bietet neue Perspektiven, in der Überraschendes sichtbar wird. Aus einer Steinzeitsiedlung, umgeben von undurchdringlichem Urwald, entwickelt sich die mittelalterliche Stadt. Auf dem Berg residiert der Burgherr, dem die Bauern bis auf wenige Anteile sämtliche Erträge abgeben müssen. Durch regen Handelsverkehr wird die Stadt wohlhabender. Das Kirchenschiff wird größer. Handwerker organisieren sich in Zünften und Gilden. Die hygienischen Bedingungen allerdings sind katastrophal, Cholera und Pest dezimieren ganze Stadtviertel.

Auf der Burg werden fröhliche Feste gefeiert, während die Landbevölkerung die Felder beackert. Freiheitskämpfer fordern soziale Gerechtigkeit und politische Mitbestimmung für alle Bürger. Während der rasant fortschreitenden Industrialisierung ersetzen immer mehr Maschinen den Menschen. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist geprägt durch die große Geldentwertung und den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Im Park sieht man Hitlerjungen bei einer paramilitärischen Übung.

Das Thema Mobilität zieht sich durch alle acht Stationen. Die Menschen kommen in Bewegung - zu Land, zu Wasser und in der Luft. Aus einem Einbaum wird ein Floß, ein Lastkahn und schließlich ein Handelsschiff. Den Himmel erobern Fluggleiter, Luftschiffe und Jagdbomber.

Es lohnt sich, die vielen plastischen Details zu entdecken, die mehr über Geschichte sagen als manches Lehrbuch: das erste Einrad, der Aufstieg eines Heißluftballons oder das Sonnenbad einer jungen Frau, die sich vom Korsett befreit hat und ein Reformkleid trägt.

"Die Geschichte der Zivilisation" bis 24.3. Archäologisches Museum Hamburg, Museumsplatz 2, 21073 Hamburg, T. 428 71 36 93, Di-So 10.00-17.00; "Lego Zeitreise" bis 29.9.