Auch Hochbegabte brauchen Übung

| Lesedauer: 3 Minuten
Heinrich Oehmsen

... nämlich im Auftreten. Die Reihe "NDR Podium der Jungen" gibt den "Stars der Zukunft" eine Bühne

Auftritts- und Spielmöglichkeiten sind für die Entwicklung junger Musiker von äußerster Bedeutung. Die Atmosphäre eines großen Saals zu erfahren und sich vor entsprechend viel Publikum zu präsentieren gehört ebenso dazu wie die Zusammenarbeit als Solist mit einem großen Ensemble. Die Reihe "NDR Podium der Jungen" stellt daher jungen Instrumentalisten und Sängern die vier Klangkörper des NDR zur Seite, nämlich das NDR Sinfonieorchester, die NDR Radiophilharmonie, der NDR Chor und die NDR Bigband. Entsprechend breit ist das musikalische Spektrum; diese Saison reicht es vom Orgelkonzert über Bigband-Jazz und Kammermusik bis zu einem Opernabend und einem sinfonischen Konzert.

"Stars der Zukunft" heißen die Abende am 21. Februar in der Laeiszhalle und am 22. in der Harburger Friedrich-Ebert-Halle, in denen das von Nicholas Milton geleitete NDR Sinfonieorchester drei Nachwuchsinstrumentalisten begleitet. Da ist zum einen der junge Geiger Fumiaki Miura, der 2009 den Internationalen Violin-Wettbewerb Hannover gewonnen hat und in der Geschichte des Wettbewerbs mit 16 Jahren jüngster Preisträger war. Er hat als Dreijähriger mit dem Geigenspiel begonnen, ist bereits bei diversen Festivals aufgetreten und studiert zur Zeit in Wien. Beim Podium der Jungen wird er Sergej Prokofjews hochvirtuoses Violinkonzert Nr. 2 g-Moll op. 63 spielen.

Der 1988 in Armenien geborene Cellist Narek Hakhnazaryan hat für das Hamburger Konzert Robert Schumanns Violoncellokonzert ausgesucht. Schumann schrieb das Werk 1850 in nur zwei Wochen. Die Uraufführung erlebte er jedoch nicht mehr. Das Werk wurde erst vier Jahre nach seinem Tod in Leipzig aus Anlass seines 50. Geburtstags im Juni 1860 zum ersten Mal gespielt. Hakhnazaryan zählt ebenfalls zu den meistbeachteten Nachwuchsmusikern auf seinem Instrument. 2011 gewann er in Moskau die Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb, der nur alle vier Jahre ausgetragen wird und zu den wichtigsten Nachwuchswettbewerben der Welt zählt. Inzwischen hat der junge Armenier sein Diplom am New England Konservatorium in Boston in der Tasche, die "Washington Post" lobte ihn in einer Konzertrezension hymnisch als das "Phänomen der Saison".

Dritter Star mit Zukunft ist der Pianist Alexej Gorlatch, der 2011 den berühmten ARD-Musikwettbewerb im Fach Klavier gewonnen hat. Gorlatch wurde 1988 in Kiew geboren, kam aber schon als Dreijähriger nach Deutschland. Er hat bereits in so bedeutenden Häusern wie der Carnegie Hall in New York und dem Leipziger Gewandhaus konzertiert. Zusammen mit dem NDR Sinfonieorchester wird er sich Sergej Rachmaninows Paganini-Variationen widmen. Das Stück besteht aus 24 Variationen über ein Thema, das der "Teufelsgeiger" Paganini selbst verwendet hatte. Rachmaninow saß bei der Uraufführung 1934 in Baltimore höchstpersönlich am Flügel und spielte gemeinsam mit dem Philadelphia Orchestra.

Der NDR gibt jedoch nicht nur den Stars der Zukunft eine Chance, zum Konzept gehört es auch, das Publikum von morgen mit einzubeziehen. Deshalb gibt es im Rahmen der Reihe "Konzert statt Schule" ein drittes Konzert mit diesen Nachwuchs-Virtuosen am 22.2. um 11 Uhr im Rolf-Liebermann-Studio (für Schüler der Klassen 5 bis 12). Der Eintritt ist frei, Anmeldung erforderlich.

"Stars der Zukunft" 21.2., 20.00, Laeiszhalle. Karten zu 18,- unter T. 0180/178 79 80 oder www.ndrticketshop.de. Infos zu "Konzert statt Schule" unter ndr.de/sinfonieorchester (education)

Weiteres Konzert: "Belcanto" 19.4.