Weiblicher Körper brutal

Kiki Kogelnik im Kunstverein Hamburg

Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Andy Warhol - Namen, die jeder kennt, und das Werk dieser Künstler ist längst Allgemeingut. Dass sich im Umfeld der Pop-Art auch viele Frauen tummelten, die dieser Kunstrichtung eine eigene Prägung gaben, ist hingegen selbst von Kunsthistorikern kaum beachtet. Eine dieser Künstlerinnen ist Kiki Kogelnik (1935-1997), eine Österreicherin, die 1962 nach New York übersiedelte und sich dort mit oben genannten Pop-Artisten befreundete.

Mit einer umfassenden Präsentation im Obergeschoss würdigt der Kunstverein Hamburg jetzt erstmals in Deutschland das Werk dieser außergewöhnlichen Künstlerin. Unter dem Titel "Kiki Kogelnik. I Have Seen The Future" zeigt die Ausstellung Arbeiten aus den 1960er- und 70er-Jahren. Darunter Malerei, Skulpturen, Siebdrucke und Collagen. Damit setzt der Kunstverein seine Auseinandersetzung mit feministischer Kunst der Pop-Art fort.

"Die Aufarbeitung weiblicher Positionen aus dieser Zeit ist wichtig, weil es hier in der Kunstgeschichte viele blinde Flecken gibt und sich das Werk der Künstlerinnen oft bekannten Kategorien entzieht", sagt Kunstvereinschef Florian Waldvogel. Kiki Kogelniks Malerei und Plastik lässt sich zwar dank leuchtender Farben und einer schematisierten Gegenständlichkeit der Pop-Art zuordnen, sie selbst hat sich allerdings nie so gesehen. Warenästhetik war ihr fremd. Ihre Themen sind der weibliche Körper, Mode und entsprechende Posen. Unter der humorvollen, leichtfüßigen Darstellung lauert Brutalität. Silhouetten aus Vinyl hängen leblos an Kleiderbügeln. Das wiederkehrende Motiv der Schere ist bei ihr kein harmloses Handarbeitsuntensil, sondern Werkzeug und Waffe.

Kiki Kogelnik. I Have Seen The Future 15.9. bis 30.12., Kunstverein Hamburg, Klosterwall 23, Di-So 12.00-18.00

( (herr) )