Krankenkasse will Kinder zu "Essperten" machen

KKH-Allianz bietet Ernährungsprojekt in Hamburger Kitas an

Hamburg. Jedes zehnte Kind ist einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts zufolge schon im Kindergartenalter zu dick. Als Grund dafür machen Experten falsche Ernährung aus. Die Krankenkasse KKH-Allianz versucht gegenzusteuern. In Zusammenarbeit mit den Hamburger Kindergärten Finkenau ist deshalb ein Präventionsprogramm ins Leben gerufen worden. Titel: "Kleine Essperten - ganz groß".

"Wir wollen Kinder nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu gesundem Essen überreden", sagt Klaus Böttcher, zuständiger Hauptabteilungsleiter bei der KKH-Allianz. "Vielmehr sollen Kinder, Eltern und Erzieher Spaß an ausgewogener Ernährung im Alltag haben." In 23 Einrichtungen des Kindergartenträgers ist das Programm mittlerweile erfolgreich angelaufen. Es ist sowohl für die Kitas als auch für die Eltern kostenlos.

Kern von "Kleine Essperten" ist eine Schulung der Erzieherinnen und Erzieher. Ein Begleitheft vermittelt ihnen zudem leicht verständlich Hintergrundwissen. 34 Aktionskarten bieten zudem zahlreiche Anregungen, wie das Thema Ernährung in den Kindergarten-Alltag getragen werden kann. Dazu gehört zum Beispiel, dass in den Einrichtungen Gemüse angebaut, geerntet und anschließend verspeist werden könnte.

Aber die Verantwortung liegt nur zu einem Teil bei den Erziehern. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass sich die Eltern richtig verhalten. Das fängt mit dem Pausenbrot für Kindergarten oder Schule an. Es sollte schmecken, Kohlenhydrate, Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe enthalten, es sollte abwechslungsreich sen. Aber die Zubereitung darf auch nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Wie kann dieser Spagat gemeistert werden?

Anja Bettzieche, Ernährungsexpertin der KKH-Allianz, sagt: "Das Pausenbrot - Vollkornbrot! - sollte nur dünn mit Butter, Margarine oder Frischkäse bestrichen werden." Dann könne es beispielsweise mit Käse, fettarmer Wurst oder magerem Schinken belegt werden. "Süße Brotaufstriche und Schokoriegel sollten vermieden werden."

Bettzieche rät, für Abwechslung zu sorgen: An einem Tag noch ein Salatblatt dazu, am nächsten Tomaten- und am dritten Gurkenscheiben. Auch bei Obst sei Abwechslung wichtig: "Niemand sollte seinem Kind jeden Tag einen Apfel mitgeben."

Und was ist, wenn das Kind sein gesundes Pausenbrot partout nicht essen möchte? "Es könnte beim Zubereiten helfen, den Aufschnitt selbst aussuchen." Das schaffe Akzeptanz.