Von Rede und Wahrheit

Der Kunstverein erforscht die Meinungsfreiheit

"Das wird man ja wohl noch sagen dürfen." Ein Satz, der meist eine Diskussion um Meinungsfreiheit begleitet. Aber wo hat Meinungsfreiheit ihre Grenzen? Und gilt nicht auch eine Pflicht, nämlich die zu größtmöglicher Aufrichtigkeit?

In Kooperation mit dem Neuen Berliner Kunstverein und in Zusammenarbeit mit dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) richtet der Hamburger Kunstverein die Ausstellung "Freedom of Speech?" mit Arbeiten von 35 internationalen Künstlern aus. Darunter Werke von Maria Eichhorn, Hans Haacke, Olaf Metzel, Bruce Nauman, Christoph Schlingensief und Klaus Staeck. Die meisten mahnen das Recht auf Meinungsfreiheit an, einige loten auch deren Grenzen aus. Medienberichterstattung und historische Wahrheit werden einander gegenübergestellt. Mithilfe der Diskursanalyse will man die Statements auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen.

Eine zentrale Rolle spielt der Begriff der "Parrhesia". Das griechische Wort bedeutet "Alles sagen - in Freimütigkeit die Wahrheit sprechen". Oftmals ist damit ein Risiko verbunden, besonders wenn sich die Wahrheit gegen eine höhergestellte Person oder Institution richtet. Ein Beispiel für den Kampf um Meinungsfreiheit ist etwa das "Free Speech Movement" an der University of California in den 1960er-Jahren. Auch das Aufdecken produzierter Wahrheiten und der Machtmechanismen "dahinter ist eines der Anliegen dieser Ausstellung.

Freedom of Speech? 18.12.2010 bis 13.3.2011, Der Kunstverein Hamburg, Klosterwall 23, T. 32 21 57, Di-So 12.00-18.00