Was nicht explizit im Katalog genannt ist, kostet extra

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Jean de Vasterival

Erinnerungsfotos, Wellness und Internet an Bord können schnell zur Kostenfalle werden

In Urlaubslaune achtet man nicht auf jeden Cent. Doch bei aller Euphorie sollte man auch nicht in Kostenfallen tappen. Unterkunft, Vollpension und der Transport über Tausende von Seemeilen - alles ist im Reisepreis einer Kreuzfahrt enthalten. Und doch kann es eine unliebsame Überraschung geben, wenn in der letzten Nacht an Bord die Rechnung in die Kabine flattert. Plötzlich hat sich dann doch ein hübsches Sümmchen aufgetürmt. Wie kann denn das passieren? Grundsätzlich gilt: Auf Schiffen sind nur die Leistungen enthalten, die im Katalog ausdrücklich aufgeführt sind. Selbst bei einem All-inclusive-Paket ist man vor zusätzlichen Ausgaben nicht gefeit. So überbieten sich Schiffe zunehmend mit exklusiven Spezialitätenrestaurants. Hier gibt es Gourmetmenüs gegen Aufpreis (zumeist 20 bis 50 Euro). Wer sparen will, geht ins Hauptrestaurant. Hier ist allabendlich auch ein mehrgängiges Menü im Angebot - aus derselben Küche. Und das kann man sich obendrein selbst zusammenstellen - gratis.

In jedem Hafen werden organisierte Landausflüge angeboten. Eigentlich eine bequeme Sache - der Haken sind nur die Preise, die ganz schön happig sein können. 100 Euro für eine Ganztagestour sind keine Seltenheit. Pro Person versteht sich. Clevere Passagiere informieren sich vor Antritt ihrer Reise über die Häfen auf der Route, über die Sehenswürdigkeiten und alles andere, was sie dort interessierten könnte. Öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis sind deutlich günstiger als teure Ausflugspauschalen. Und beim individuellen Ausflug ist das Erlebnis ohnehin authentischer als in einer großen Gruppe. Für Trinkgelder sollte man - je nach Schiff und Kabinenkategorie - mit drei bis zehn Euro pro Tag und Person rechnen. Ausnahme: Bei Aida, TUI Cruises, den Hurtigruten-Schiffen und den Seadream-Yachten sind sie bereits im Gesamtpreis enthalten. Bei den meisten anderen erwarten Kabinen-Stewards und das Service-Personal im Restaurant Trinkgelder, für deren Höhe es an Bord Empfehlungen gibt. Einige Gesellschaften buchen das Trinkgeld automatisch auf die Rechnung.

Auch Wellness-Behandlungen können am Ende für Verspannungen sorgen. Denn Streicheleinheiten auf See sind alles andere als preiswert. Die Spas werden meistens von privaten Anbietern betrieben, die Angestellten arbeiten teilweise provisionsabhängig. Oft sind die Anwendungen günstiger, wenn das Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt. Und auch der nette Bordfotograf möchte verdienen und macht deshalb bei jeder Gelegenheit Erinnerungsfotos, die dann für zehn bis 20 Euro angeboten werden. Passagiere sind natürlich nicht zum Kauf verpflichtet. Eine der größten Kostenfallen an Bord ist das Internet. Es ist häufig sehr langsam und garantiert immer teuer. Da zahlt sich etwas Geduld aus: Im nächsten Hafen gibt es sicher ein preisgünstiges Internet-Café.