Doppelte Renaissance

Marcus Stäbler

"NDR Das Alte Werk" und "NDR das neue werk" kontrastieren Gesualdo und Moderne

"Sein Ausdruck ist dramatisch, sehr intim und ernsthaft", lobte Igor Strawinsky. Der russische Komponist war so fasziniert von Don Carlo Gesualdo (1566-1613), dass er einige von dessen Werken bearbeitete. Strawinskys Begeisterung sorgte für eine Renaissance des Renaissancekomponisten. Seither haben sich viele Musiker von Gesualdos Expressivität und seiner kühnen Harmonik inspirieren lassen.

Die Neuen Vocalsolisten Stuttgart - eines der international herausragenden Ensembles für Neue Musik - zeigen diese Verbindungen zwischen dem musikalischen Manierismus der Spätrenaissance und der Moderne bei einem spannenden Sonderkonzert der Reihen "NDR Das Alte Werk" und "NDR das neue werk."

Im Programm mit dem Titel "Il Manierismo in Italia" treffen Werke von Gesualdo und Michelangelo Rossi auf zeitgenössische Kompositionen - darunter Andreas Dohmens "Infra" für fünf Stimmen aus dem Jahr 2008 und das "L'Alibi della parola" von Salvatore Sciarrino, der Gesualdo bereits eine ganze Oper gewidmet hat. Im Vorkonzert spielt Christophe Desjardins unter anderem die Uraufführung eines neuen Solowerks für Viola von Ivan Fedele.

Der Manierismus in Italien 15.2., 20.00 (19.00 Vorkonzert), St. Johannis-Harvestehude. Karten unter T. 0180/178 79 80* oder www.ndrticketshop.de