Wiedervorlage

Lesedauer: 2 Minuten
Tom R. Schulz

Die Hamburger Camerata setzt einen Kompositionsauftrag von 1997 aufs Programm

Weiterhin weht ein frischer Frühlingswind durch die Programme und das Arbeitsethos der Hamburger Camerata. In jedem der Konzerte der ersten chefdirigentenlosen Saison machte das Kammerorchester durch besonders engagiertes und homogenes Musizieren Eindruck und viel Freude. Geblieben ist der Mut zur beziehungsreichen und unorthodoxen Komposition der Programme, ein Markenzeichen der Camerata seit 25 Jahren.

Drei Wochen nach Frühlingsbeginn präsentiert die Camerata mit dem Cellisten Julian Steckel einen hoch talentierten Musiker. Steckel, Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben, hat neben vielen anderen Auszeichnungen auch den 1. Preis beim ARD-Wettbewerb 2010 gewonnen. Er spielt den Solopart in Schumanns Cellokonzert a-Moll in der Fassung für Streicher.

Mit dem Stück "Ausflug" für 19 Solostreicher unternimmt die Camerata zugleich auch einen Ausflug in die eigene Vergangenheit, war sie es doch, die dem Komponisten Jan Müller-Wieland 1997 den Auftrag zur Komposition dieses Werks gab. Schon vier Jahre zuvor war Müller-Wieland, 1966 in Hamburg geboren, mit dem Förderpreis des Hamburger Bach-Preises geehrt worden. Seit vier Jahren lehrt er als Professor für Komposition an der Musikhochschule München. Im Rahmen des Konzerts wird er über sein Werk sprechen.

Die Programmentscheidung der Camerata für Beethovens Quartetto serioso f-Moll op. 95 darf man als Indiz dafür werten, dass die Beschäftigung mit dem Werk Gustav Mahlers nach der intensiven Würdigung seines Schaffens im doppelten Jubiläumsjahr 2010/11 nicht völlig zum Erliegen kommen soll. Denn auch dieses Werk erklingt in einer Bearbeitung - von Gustav Mahler.

Die musikalische Leitung liegt in den Händen des finnischen Pianisten und Dirigenten Rolf Gothóni, der mit seinem wachen, stets dem Werk dienenden Stil viel zur Qualitätssteigerung der Camerata beigetragen hat.

Klangspuren 12.4., 20.00 Laeiszhalle. Karten unter T. 45 33 26