Habe die Ehre, Herr Violinist

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Alexander Janiczek gastiert als Geiger und Dirigent bei der Camerata

Nirgends verbinden sich Ehrfurcht und Üppigkeit, katholische Strenge und rokokokurviger Genuss, Glamour und künstlerischer Ernst so innig wie in Salzburg. Der Besucher braucht nur einmal selbst den Test zu machen und vom Festspielbezirk über die Salzach zum Mozarteum hinüberzulaufen. Wie wohltuend verstaubt ist es dort in der Musikhochschule, wie anheimelnd riecht es nach Bohnerwachs, wie konzentriert wird dort selbst im Sommer gearbeitet, wenn keinen Kilometer weiter der Champagner fließt!

Nicht nur wegen des Namens dieser einzigartigen Institution kommt an Mozart in dessen durchaus ungeliebter Heimatstadt kaum jemand vorbei. Ein Geiger schon gar nicht. So erging es auch Alexander Janiczek, der am 10. Februar als Primus inter Pares mit der Hamburger Camerata in der Laeiszhalle auftritt. Aufgewachsen in Salzburg, hat er - wie könnte es anders sein - am Mozarteum bei dem legendären Geigenvirtuosen, Dirigenten und Pädagogen Sándor Végh studiert, dem der Abend gewidmet ist. Neben seiner Solokarriere ist Janiczek außerdem Konzertmeister jenes Kammerorchesters gewesen, das Végh einst gegründet hatte, der Camerata Salzburg.

Die partielle Namensgleichheit mit dem Hamburger Ensemble ist doch ein hübsches Bonbon in diesem an Querbezügen wieder mal überreichen Programm. "Salzburg & Wien - Hommage an Sándor Végh" heißt der Abend nämlich so naheliegend wie raffiniert - und ebenso sinnfällig. Es bildet die bedeutendsten Wirkungsstätten Mozarts ab. Ausgehend von zwei Salzburger Werken Mozarts, seiner hochdramatischen "kleinen" g-Moll-Sinfonie und dem G-Dur-Violinkonzert, verweist das Programm auf das Wien des 19. und 20. Jahrhunderts: Nach den "Fünf Stücken" op. 5 des Zwölftöners Anton Webern folgt Franz Schuberts 4. Sinfonie. Janiczek spielt nicht nur das Solo beim Violinkonzert, er studiert das Programm auch ein und leitet das Konzert vom ersten Geigenpult aus. Gelernt ist gelernt.

Salzburg & Wien - Hommage an Sándor Végh 10.2., 20.00, Laeiszhalle. Karten unter T. 45 33 26

( (vfz) )